Entschlossene TSG distanziert Delitzsch
deutlich
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(gek) Es war für die fast 1 400 Anhänger
der TSG Friesenheim ein ganz großer Spaß, das Spiel gegen Delitzsch, denn
die Ballwerfer von Trainer Thomas König gingen von Beginn an mit großer
Entschlossenheit gegen die Sachsen zu Werke und setzten sich nach einer
überzeugenden Vorstellung mit 35:26 (18:12) durch. Der Tabellenführer baute
von Minute eins an eine äußerst bewegliche und kontaktfreudige Abwehr auf,
an der sich Delitzschs Handballer regelrecht aufrieben. Und die Pfälzer
agierten im Angriff sehr variabel, fanden oft Lücken für Pässe oder Würfe,
die immer wieder ihr Ziel fanden. Der am Ende deutliche Sieg, daran gibt es
keine Zweifel, haben sich Kevin Klier und seine Kollegen verdient.
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Gunnar Dietrich feuert ab: Evgeni Pevnov geht da lieber mal in Deckung, während Alexander Pietzsch und Cristian Telehuz tapfer bleiben - Foto: Reis |
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Die kampf- und abwehrstarke Delitzscher
Truppe hatte sich im bisherigen Saisonverlauf nur sechs Mal 30 Gegentore
oder mehr eingefangen. Im 22. Auftritt klappte es ein siebtes Mal nicht,
unter dieser Marke zu bleiben. Und bei 35 Gegentoren holten Gabor Pulay und
Sebastian Bliß in der Friedrich-Ebert-Halle so viele Bälle wie noch nie
zuvor in dieser Spielzeit aus dem Netz. Durch die 10. Niederlage büßte die
Equipe von Uwe Jungandreas einen Platz ein und ist nun mit einem
ausgeglichenen Punktverhältnis Wertungsachter. Friesenheim siegte zum
zehnten Mal auf eigenem Parkett, baute seine Heimbilanz auf 21:1 Zähler aus
und hat jetzt 35:9 Punkte in der Gesamtstatistik stehen. Der Vorsprung der
"Eulen" auf den neuen Tabellenzweiten TV Bittenfeld beträgt nun fünf Punkte,
da der bisherige härteste Verfolger, der TV Hüttenberg, seine Partie beim TV
Neuhausen/Erms verloren hat und jetzt 15 Minuszähler aufweist.
Kevin Klier wusste, was auf ihn und seine
Mitstreiter zukommen würde: "Delitzsch ist ein sehr guter Zweitligist mit
einer stabilen und sehr variablen Deckung. Delitzsch hat nichts
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Gabor Ancsin übernimmt immer mehr Verantwortung und netzte drei Mal ein - Foto: Reis |
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zu
verlieren. Man trifft auf den Tabellenführer, von dem erwartet wird, dass er
das Spiel gewinnt, und in einer Außenseiterrolle hat man nicht den Druck. Es
wird gegen die Sachsen keine einfache Aufgabe, aber wir wollen unsere
Position mit dem nächsten Sieg weiter festigen." Delitzschs Coach Uwe Jungandreas
sagte vor der Partie: "Eine Chance zu gewinnen, haben wir in jedem Spiel."
Um die Abwehr machte sich der 48-jährige Handballlehrer eher weniger Sorgen.
"Die steht und war auch bisher nicht das Problem." 577 Gegentore beweisen
das, das sind 30 weniger als Gastgeber Friesenheim. Was müsste aber passen,
um mit einem Zweier die 500 km lange Heimreise antreten zu können? "Die
100-prozentigen Chancen |
dürfen nicht ausgelassen werden, dem Gegner dürfen nicht viele einfache
Tore gelingen und die Torwartleistung muss stimmen. Wenn dieses Gesamtpaket
hinkommt, dann könnte auch ein Überraschungssieg möglich sein."
TSG-Trainer Thomas König standen beim
elften Auftritt vor heimischer Kulisse Mindaugas Veta, Jan-Lars Gaubatz und
Andreas Friedrich aufgrund von Verletzungen nicht zur Verfügung. Nicht dabei
sein konnte auch Niklas Ruß, der mit den Rhein-Neckar Löwen die Ausfahrt
nach Chambéry mitmachte. Stattdessen feierte Nils Brandt ein Comeback. Der
27-jährige Linkshänder wurde nach monatelanger Abstinenz von Thomas König
wieder in den Friesenheimer Kader berufen. Bei den Gästen musste Uwe
Jungandreas auf Thomas Oehlrich, den Mannschaftskapitän, verzichten, der als
Bereitschaftspolizist in Kaiserslautern im Einsatz war.
Wie gut sich die TSG-Abwehr auf den Angriff
der Concordia, die von acht Vertretern des Fanclubs "Loberhaie" kräftig
unterstützt wurden, eingestellt hatte, zeigten bereits die
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ersten Minuten.
Nachdem Evgeni Pevnov Friesenheims ersten Angriff mit dem 1:0 abgeschlossen,
Daniel Warmuth den Ausgleich gemacht und Gunnar Dietrich die erneute
TSG-Führung erzielt hatte, fand Delitzschs zweiter Ballbesitz durch ein
Pfiff sein Ende. Die Rothemden bekamen nach einem Zeitspiel die Kugel, die
in der nächsten Szene Kapitän Benjamin Matschke vom Strich aus im Gehäuse
der Sachsen unterbrachte. Während der Gast für seine Angriffe viel Zeit und
großen Aufwand betreiben musste, da ihm die TSG-Defensive durch ihre
aggressive und sehr einsatzfreudige Spielweise massiv zusetzte, so selten zu
schnellen und einfachen Toren kam, spielte das König-Ensemble einen flotten |
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Thomas Zellmer fügte sich nahtlos ein, brillierte in der Abwehr und markierte vier Tore - Foto: Reis |
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Ball und jede noch so kleine Schwäche im Abwehrverbund des Rangsiebten wurde
ausgenutzt. Durch weitere Treffer von Benjamin Matschke, Gunnar Dietrich und
Evgeni Pevnov lagen die Pfälzer nach neun Minuten mit 6:3 vorne, durch
Thomas Zellmers Doppelschlag in Überzahl nach 14 Minuten gar schon mit 9:4,
was Uwe Jungandreas zur Grünen Karte greifen ließ. In den kommenden Minuten
kam der letztjährige Elfte nie näher als auf vier Tore heran und lag zur
Halbzeit mit sechs Goals im Hintertreffen, da nach Rene Boeses erfolgreichem
Gegenstoß Benjamin Matschke und Philipp Grimm mit einem artistischen Dreher
aus dem 16:12 ein 18:12 gemacht hatten.
Das souveräne Auftreten des Spitzenreiters
setzte sich auch in der zweiten Halbzeit fort. Früh befand sich die
König-Formation auf der Siegerstraße, zu dominant waren die pfälzischen
Ballwerfer weiterhin auf der Platte unterwegs. Mit dem vierten verwandelten
Strafwurf von Benjamin Matschke brachte der Regisseur seine Farben in der
35. Minute mit 21:13 in Front. Und selbst als Delitzsch zum ersten Mal drei
Treffer hintereinander glückte, der Rückstand so auf fünf Tore verkürzt
wurde, konterte die TSG ihrerseits mit
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Gästetrainer Uwe Jungandreas hatte am Spiel seines Teams mehr zu beanstanden als ihm lieb war - Foto: Reis |
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drei Einschlägen. Gabor Anscsin traf zum 24:18, dann fischte sich Kevin
Klier zwei Würfe von Steve Baumgärtel und Rene Boese und auf der Gegenseite
versenkte Philipp Grimm die Kugel per Heber. Die Halle jubilierte und tobte.
Thomas Zellmer nahm gewissermaßen die nächste Ergebniskorrektur vor und so
stand es in der 42. Minute 26:18. Den Gästen gelang zwar ein zweites Mal ein
Tore-Hattrick, doch auch in diesem Fall agierten Frank Müller und seine
Mitstreiter unbeeindruckt weiter, korrigierten das zwischenzeitliche 27:23
innerhalb von sechs Minuten auf ein 31:24. Gunnar Dietrich, Frank Müller,
Gabor Ancsin und Alexander Becker hatten eingenetzt. Uwe Jungandreas nahm
seine zweite Auszeit, justierte neu, aber ohne Erfolg. Nach Thomas Königs |
Auszeit, die er bei eigener Unterzahl
und einem Zwischenresultat von 31:25 nahm, ging die Post nochmals richtig
ab. Gunnar Dietrich machte sein fünftes Goal, Philipp Grimm schloss zwei
Gegenstöße erfolgreich ab und Alexander Eusterholz sorgte schließlich mit
seinem Tor für den 35:26-Endstand, der vom Publikum genauso gebührend
gefeiert wurde wie der gehaltene Siebenmeter von Stephan Pfeiffer kurz
zuvor.
Frank Eckhardt, Co-Trainer der TSG
Friesenheim fand, dass "wir in diesem Spiel immer die passende Antwort
hatten. Die Basis unseres Spiels war die hervorragende Abwehrleistung. In
dem Bezug ist allen voran Thomas Zellmer zu nennen, der das klasse gemacht
hat. Vorne sind uns zudem einige leichte Tore gelungen. Unser Sieg war in
keinster Weise gefährdet und ist absolut verdient. Ein Dank geht darüber
hinaus an das Publikum, das uns wieder phantastisch unterstützt hat."
"Friesenheim hat heute beeindruckend
gezeigt, wo der Weg hinführen soll", war Uwe Jungandreas´ erster Satz
auf der Pressekonferenz. Und der 48-jährige Coach der
Concordia gestand ein, dass "wir von Beginn an nicht zu unserem Spiel
kamen. Das, was wir uns vorgenommen hatten, klappte nicht. In der Abwehr
kamen wir nicht in den Kontakt, waren zu spät dran und die Kreisanspiele,
die wir eigentlich verhindern wollten, passierten dennoch. Und im Angriff
schlossen wir zu überhastet oder zu ungenau ab. Eine Niederlage mit fünf
oder sechs Toren Unterschied wäre in Ordnung gewesen, das Endergebnis von
26:35 ist zu deutlich."
"Wir wollten dieses Spiel vom Anpfiff weg
dominieren", bekannte Kreisläufer Evgeni Pevnov, der sich seit Wochen
in bestechender Form präsentiert. "Wir |
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Alexander Becker - Zielstrebig dem Concordia-Gehäuse entgegen - Foto: Reis |
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wussten, dass es eine ganz harte Partie
für uns werden würde. Deshalb gab es für uns nur eine Devise - von Beginn an
Gas zu geben. Wir sind sensationell gut ins Spiel gekommen, die Abwehr stand
hervorragend und im Angriff haben wir geduldig gespielt. Insgesamt war das
eine super Mannschaftsleistung." Zufrieden sein konnte auch Thomas Zellmer,
der am Spieltag für seinen Arbeitgeber noch einen vierstündigen Dienst bei
der Frankenthaler Woche absolviert hatte. Der Rechtsaußen, der nach der
Verletzung von Jan-Lars Gaubatz früh von seinem Einsatz wusste und sich
deshalb gut darauf einstellen konnte, bestach nicht nur durch seine vier
Tore, sondern auch durch seine vorzügliche Abwehrarbeit. "Genau das, was wir
uns vorgenommen haben, wurde im Großen und Ganzen super umgesetzt. Wir
wussten, dass wir spielerische Vorteile gegenüber Delitzsch haben, und dass
wir gegen diese Abwehr Tempo gehen müssen. Im Angriff haben wir deshalb mit
viel Bewegung gespielt und das erfolgreich. Ein Lob muss ich Gunnar Dietrich
aussprechen, dessen Kommandos in der Abwehr punktgenau kamen und
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Alexander Pietzsch gratuliert artig dem Sieger, hier ist es Evgeni Pevnov, dann folgt Christian Dissinger - Foto: Reis |
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ich immer
wusste, wann ich attackieren sollte."
Die TSG Friesenheim hat ihre Spitzenposition in der 2.
Handball-Bundesliga Süd gefestigt. Die Rothemden boten eine geschlossene
Mannschaftsleistung und feierten bereits ihren 17. Saisonsieg. Das Team von
Thomas König präsentierte sich gegen Delitzsch in einer vorzüglichen
Verfassung, agierte mit großem kämpferischen Einsatz, gefiel durch eine
variable und läuferisch aufwendige Spielweise und verdiente sich das 35:26
allemal. Ehe das Spitzenduell gegen den Bergischen HC, den hohen
Aufstiegsfavoriten, in der Ludwigshafener Friedrich-Ebert-Halle zur
Austragung |
kommt, Spieltermin ist der 28. März
2010, hat die König-Auswahl noch zwei Auswärtsaufgaben zu lösen. Dem Trip
nach Aue am kommenden Sonntag folgt zwei Wochen später die Dienstfahrt nach Groß-Bieberau.
Die Statistik:
TSG Friesenheim: Klier, Pfeiffer;
Grimm (6), Zellmer (4), Dietrich (5), Müller (1), Brandt, Pevnov (4),
Matschke (8/4), Ancsin (3), Becker (3), Dissinger, Eusterholz (1);
Trainer: Thomas König
Concordia Delitzsch: Bliß, Pulay;
Meiner (3), Müller, Streitenberger (1/1), Hummel (3), Baumgärtel (7/2),
Warmuth (1), Boese (5), Jacob (1), Riehn, Seitle, Pietzsch (1), Telehuz (4);
Trainer: Uwe Jungandreas
SR: Philipp Dinges & Daniel Kirsch
(beide aus Eggenstein-Leopoldshafen) ◊ Zuschauer: 1 370 ◊
Zeitstrafen (in Min.): 4:10, Dietrich (37.), Müller (53.) -
Streitenberger (11.), Telehuz (13. und 58.), Pietzsch (16.) ◊
Siebenmeter: 5/4 : 6/3, Matschke übers Tor (46.) - Klier pariert gegen
Streitenberger (21. und 36.) und Pfeiffer hält gegen Baumgärtel (59.) ◊
Team-Time-out: 54:17 - 14:03 und 51:29
Spielfilm: 4:2 (7.), 8:4 (12.), 11:5
(16.), 13:8 (22.), 14:10 (24.), 16:11 (27.), 18:12 (HZ) – 21:14
(35.), 24:18 (40.), 27:21 (45.), 30:24 (51.), 32:25 (55.), 34:25 (57.),
35:26 (EN) |