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01.03.2010 - Pressestelle TSG Friesenheim
Entschlossene TSG distanziert Delitzsch deutlich
 
(gek) Es war für die fast 1 400 Anhänger der TSG Friesenheim ein ganz großer Spaß, das Spiel gegen Delitzsch, denn die Ballwerfer von Trainer Thomas König gingen von Beginn an mit großer Entschlossenheit gegen die Sachsen zu Werke und setzten sich nach einer überzeugenden Vorstellung mit 35:26 (18:12) durch. Der Tabellenführer baute von Minute eins an eine äußerst bewegliche und kontaktfreudige Abwehr auf, an der sich Delitzschs Handballer regelrecht aufrieben. Und die Pfälzer agierten im Angriff sehr variabel, fanden oft Lücken für Pässe oder Würfe, die immer wieder ihr Ziel fanden. Der am Ende deutliche Sieg, daran gibt es keine Zweifel, haben sich Kevin Klier und seine Kollegen verdient.
Gunnar Dietrich feuert ab: Evgeni Pevnov geht da lieber mal in Deckung, während Alexander Pietzsch und Cristian Telehuz tapfer bleiben - Foto: Reis

Die kampf- und abwehrstarke Delitzscher Truppe hatte sich im bisherigen Saisonverlauf nur sechs Mal 30 Gegentore oder mehr eingefangen. Im 22. Auftritt klappte es ein siebtes Mal nicht, unter dieser Marke zu bleiben. Und bei 35 Gegentoren holten Gabor Pulay und Sebastian Bliß in der Friedrich-Ebert-Halle so viele Bälle wie noch nie zuvor in dieser Spielzeit aus dem Netz. Durch die 10. Niederlage büßte die Equipe von Uwe Jungandreas einen Platz ein und ist nun mit einem ausgeglichenen Punktverhältnis Wertungsachter. Friesenheim siegte zum zehnten Mal auf eigenem Parkett, baute seine Heimbilanz auf 21:1 Zähler aus und hat jetzt 35:9 Punkte in der Gesamtstatistik stehen. Der Vorsprung der "Eulen" auf den neuen Tabellenzweiten TV Bittenfeld beträgt nun fünf Punkte, da der bisherige härteste Verfolger, der TV Hüttenberg, seine Partie beim TV Neuhausen/Erms verloren hat und jetzt 15 Minuszähler aufweist.

Kevin Klier wusste, was auf ihn und seine Mitstreiter zukommen würde: "Delitzsch ist ein sehr guter Zweitligist mit einer stabilen und sehr variablen Deckung. Delitzsch hat nichts
Gabor Ancsin übernimmt immer mehr Verantwortung und netzte drei Mal ein - Foto: Reis
zu verlieren. Man trifft auf den Tabellenführer, von dem erwartet wird, dass er das Spiel gewinnt, und in einer Außenseiterrolle hat man nicht den Druck. Es wird gegen die Sachsen keine einfache Aufgabe, aber wir wollen unsere Position mit dem nächsten Sieg weiter festigen." Delitzschs Coach Uwe Jungandreas sagte vor der Partie: "Eine Chance zu gewinnen, haben wir in jedem Spiel." Um die Abwehr machte sich der 48-jährige Handballlehrer eher weniger Sorgen. "Die steht und war auch bisher nicht das Problem." 577 Gegentore beweisen das, das sind 30 weniger als Gastgeber Friesenheim. Was müsste aber passen, um mit einem Zweier die 500 km lange Heimreise antreten zu können? "Die 100-prozentigen Chancen
dürfen nicht ausgelassen werden, dem Gegner dürfen nicht viele einfache Tore gelingen und die Torwartleistung muss stimmen. Wenn dieses Gesamtpaket hinkommt, dann könnte auch ein Überraschungssieg möglich sein."

TSG-Trainer Thomas König standen beim elften Auftritt vor heimischer Kulisse Mindaugas Veta, Jan-Lars Gaubatz und Andreas Friedrich aufgrund von Verletzungen nicht zur Verfügung. Nicht dabei sein konnte auch Niklas Ruß, der mit den Rhein-Neckar Löwen die Ausfahrt nach Chambéry mitmachte. Stattdessen feierte Nils Brandt ein Comeback. Der 27-jährige Linkshänder wurde nach monatelanger Abstinenz von Thomas König wieder in den Friesenheimer Kader berufen. Bei den Gästen musste Uwe Jungandreas auf Thomas Oehlrich, den Mannschaftskapitän, verzichten, der als Bereitschaftspolizist in Kaiserslautern im Einsatz war.

Wie gut sich die TSG-Abwehr auf den Angriff der Concordia, die von acht Vertretern des Fanclubs "Loberhaie" kräftig unterstützt wurden, eingestellt hatte, zeigten bereits die
ersten Minuten. Nachdem Evgeni Pevnov Friesenheims ersten Angriff mit dem 1:0 abgeschlossen, Daniel Warmuth den Ausgleich gemacht und Gunnar Dietrich die erneute TSG-Führung erzielt hatte, fand Delitzschs zweiter Ballbesitz durch ein Pfiff sein Ende. Die Rothemden bekamen nach einem Zeitspiel die Kugel, die in der nächsten Szene Kapitän Benjamin Matschke vom Strich aus im Gehäuse der Sachsen unterbrachte. Während der Gast für seine Angriffe viel Zeit und großen Aufwand betreiben musste, da ihm die TSG-Defensive durch ihre aggressive und sehr einsatzfreudige Spielweise massiv zusetzte, so selten zu schnellen und einfachen Toren kam, spielte das König-Ensemble einen flotten
Thomas Zellmer fügte sich nahtlos ein, brillierte in der Abwehr und markierte vier Tore - Foto: Reis
Ball und jede noch so kleine Schwäche im Abwehrverbund des Rangsiebten wurde ausgenutzt. Durch weitere Treffer von Benjamin Matschke, Gunnar Dietrich und Evgeni Pevnov lagen die Pfälzer nach neun Minuten mit 6:3 vorne, durch Thomas Zellmers Doppelschlag in Überzahl nach 14 Minuten gar schon mit 9:4, was Uwe Jungandreas zur Grünen Karte greifen ließ. In den kommenden Minuten kam der letztjährige Elfte nie näher als auf vier Tore heran und lag zur Halbzeit mit sechs Goals im Hintertreffen, da nach Rene Boeses erfolgreichem Gegenstoß Benjamin Matschke und Philipp Grimm mit einem artistischen Dreher aus dem 16:12 ein 18:12 gemacht hatten.

Das souveräne Auftreten des Spitzenreiters setzte sich auch in der zweiten Halbzeit fort. Früh befand sich die König-Formation auf der Siegerstraße, zu dominant waren die pfälzischen Ballwerfer weiterhin auf der Platte unterwegs. Mit dem vierten verwandelten Strafwurf von Benjamin Matschke brachte der Regisseur seine Farben in der 35. Minute mit 21:13 in Front. Und selbst als Delitzsch zum ersten Mal drei Treffer hintereinander glückte, der Rückstand so auf fünf Tore verkürzt wurde, konterte die TSG ihrerseits mit
Gästetrainer Uwe Jungandreas hatte am Spiel seines Teams mehr zu beanstanden als ihm lieb war - Foto: Reis
drei Einschlägen. Gabor Anscsin traf zum 24:18, dann fischte sich Kevin Klier zwei Würfe von Steve Baumgärtel und Rene Boese und auf der Gegenseite versenkte Philipp Grimm die Kugel per Heber. Die Halle jubilierte und tobte. Thomas Zellmer nahm gewissermaßen die nächste Ergebniskorrektur vor und so stand es in der 42. Minute 26:18. Den Gästen gelang zwar ein zweites Mal ein Tore-Hattrick, doch auch in diesem Fall agierten Frank Müller und seine Mitstreiter unbeeindruckt weiter, korrigierten das zwischenzeitliche 27:23 innerhalb von sechs Minuten auf ein 31:24. Gunnar Dietrich, Frank Müller, Gabor Ancsin und Alexander Becker hatten eingenetzt. Uwe Jungandreas nahm seine zweite Auszeit, justierte neu, aber ohne Erfolg. Nach Thomas Königs
Auszeit, die er bei eigener Unterzahl und einem Zwischenresultat von 31:25 nahm, ging die Post nochmals richtig ab. Gunnar Dietrich machte sein fünftes Goal, Philipp Grimm schloss zwei Gegenstöße erfolgreich ab und Alexander Eusterholz sorgte schließlich mit seinem Tor für den 35:26-Endstand, der vom Publikum genauso gebührend gefeiert wurde wie der gehaltene Siebenmeter von Stephan Pfeiffer kurz zuvor.

Frank Eckhardt, Co-Trainer der TSG Friesenheim fand, dass "wir in diesem Spiel immer die passende Antwort hatten. Die Basis unseres Spiels war die hervorragende Abwehrleistung. In dem Bezug ist allen voran Thomas Zellmer zu nennen, der das klasse gemacht hat. Vorne sind uns zudem einige leichte Tore gelungen. Unser Sieg war in keinster Weise gefährdet und ist absolut verdient. Ein Dank geht darüber hinaus an das Publikum, das uns wieder phantastisch unterstützt hat."

"Friesenheim hat heute beeindruckend gezeigt, wo der Weg hinführen soll", war Uwe Jungandreas´ erster Satz auf der Pressekonferenz. Und der 48-jährige Coach der
Concordia gestand ein, dass "wir von Beginn an nicht zu unserem Spiel kamen. Das, was wir uns vorgenommen hatten, klappte nicht. In der Abwehr kamen wir nicht in den Kontakt, waren zu spät dran und die Kreisanspiele, die wir eigentlich verhindern wollten, passierten dennoch. Und im Angriff schlossen wir zu überhastet oder zu ungenau ab. Eine Niederlage mit fünf oder sechs Toren Unterschied wäre in Ordnung gewesen, das Endergebnis von 26:35 ist zu deutlich."

"Wir wollten dieses Spiel vom Anpfiff weg dominieren", bekannte Kreisläufer Evgeni Pevnov, der sich seit Wochen in bestechender Form präsentiert. "Wir
Alexander Becker - Zielstrebig dem Concordia-Gehäuse entgegen - Foto: Reis
wussten, dass es eine ganz harte Partie für uns werden würde. Deshalb gab es für uns nur eine Devise - von Beginn an Gas zu geben. Wir sind sensationell gut ins Spiel gekommen, die Abwehr stand hervorragend und im Angriff haben wir geduldig gespielt. Insgesamt war das eine super Mannschaftsleistung." Zufrieden sein konnte auch Thomas Zellmer, der am Spieltag für seinen Arbeitgeber noch einen vierstündigen Dienst bei der Frankenthaler Woche absolviert hatte. Der Rechtsaußen, der nach der Verletzung von Jan-Lars Gaubatz früh von seinem Einsatz wusste und sich deshalb gut darauf einstellen konnte, bestach nicht nur durch seine vier Tore, sondern auch durch seine vorzügliche Abwehrarbeit. "Genau das, was wir uns vorgenommen haben, wurde im Großen und Ganzen super umgesetzt. Wir wussten, dass wir spielerische Vorteile gegenüber Delitzsch haben, und dass wir gegen diese Abwehr Tempo gehen müssen. Im Angriff haben wir deshalb mit viel Bewegung gespielt und das erfolgreich. Ein Lob muss ich Gunnar Dietrich aussprechen, dessen Kommandos in der Abwehr punktgenau kamen und
Alexander Pietzsch gratuliert artig dem Sieger, hier ist es Evgeni Pevnov, dann folgt Christian Dissinger - Foto: Reis
ich immer wusste, wann ich attackieren sollte."

Die TSG Friesenheim hat ihre Spitzenposition in der 2. Handball-Bundesliga Süd gefestigt. Die Rothemden boten eine geschlossene Mannschaftsleistung und feierten bereits ihren 17. Saisonsieg. Das Team von Thomas König präsentierte sich gegen Delitzsch in einer vorzüglichen Verfassung, agierte mit großem kämpferischen Einsatz, gefiel durch eine variable und läuferisch aufwendige Spielweise und verdiente sich das 35:26 allemal. Ehe das Spitzenduell gegen den Bergischen HC, den hohen Aufstiegsfavoriten, in der Ludwigshafener Friedrich-Ebert-Halle zur Austragung
kommt, Spieltermin ist der 28. März 2010, hat die König-Auswahl noch zwei Auswärtsaufgaben zu lösen. Dem Trip nach Aue am kommenden Sonntag folgt zwei Wochen später die Dienstfahrt nach Groß-Bieberau.

Die Statistik:

TSG Friesenheim: Klier, Pfeiffer; Grimm (6), Zellmer (4), Dietrich (5), Müller (1), Brandt, Pevnov (4), Matschke (8/4), Ancsin (3), Becker (3), Dissinger, Eusterholz (1); Trainer: Thomas König

Concordia Delitzsch: Bliß, Pulay; Meiner (3), Müller, Streitenberger (1/1), Hummel (3), Baumgärtel (7/2), Warmuth (1), Boese (5), Jacob (1), Riehn, Seitle, Pietzsch (1), Telehuz (4); Trainer: Uwe Jungandreas

SR: Philipp Dinges & Daniel Kirsch (beide aus Eggenstein-Leopoldshafen) ◊ Zuschauer: 1 370 ◊ Zeitstrafen (in Min.): 4:10, Dietrich (37.), Müller (53.) - Streitenberger (11.), Telehuz (13. und 58.), Pietzsch (16.) ◊ Siebenmeter: 5/4 : 6/3, Matschke übers Tor (46.) - Klier pariert gegen Streitenberger (21. und 36.) und Pfeiffer hält gegen Baumgärtel (59.) ◊ Team-Time-out: 54:17 - 14:03 und 51:29

Spielfilm: 4:2 (7.), 8:4 (12.), 11:5 (16.), 13:8 (22.), 14:10 (24.), 16:11 (27.), 18:12 (HZ) – 21:14 (35.), 24:18 (40.), 27:21 (45.), 30:24 (51.), 32:25 (55.), 34:25 (57.), 35:26 (EN)

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