Starker Abwehrverbund sichert
Auswärtserfolg gegen Aue
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(ste) Die Ausfahrt nach Lößnitz hat sich
für die Handballer der TSG Friesenheim gelohnt. In der mit 1.200 Zuschauern
gut besuchten Erzgebirgshalle kassierten die „Eulen“ gegen den heimischen
EHV Aue lediglich 18 Gegentore und erzielten selbst deren 22. In der
Endabrechnung ergab dies zwei Punkte für die Mannen von Trainer Thomas
König, die damit die Spitzenposition festigen konnten. Von Beginn an agierte
die Abwehr um Gunnar Dietrich und Evgeni Pevnov äußerst agil und ließen kaum
freie Möglichkeiten für die Gastgeber zu. Mit Kevin Klier hatte man zudem
einen erneut sehr sicheren Rückhalt in den eigenen Reihen, der zahlreiche
Chancen der Erzgebirgler zunichtemachte. Im Angriff hingegen
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Kevin Klier wurde Dank seiner zahlreichen
Paraden zum Spieler des Spiels gewählt - Foto: Reis |
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taten sich die
„Eulen“ mit zunehmender Spieldauer immer schwerer, was auch mit der
andauernden Manndeckung gegen Gunnar Dietrich zusammenhing. Dennoch konnten
die Pfälzer in den entscheidenden Spielsituationen Akzente setzen und
verließen verdient als Sieger das Parkett. Die 18 Gegentore stellen dabei
auch noch einen Saisonbestwert dar, den die „Eulen“ zuletzt am 5. Februar
2006 in der Partie gegen die HSG Gensungen/Felsberg (29:18) aufweisen
konnten.
Dabei konnten die sonst sehr heimstarken
Auer im Laufe der Saison bereits gegen einige Top-Clubs auftrumpfen und
vermasselten beispielsweise Chrischa Hannawald das Trainerdebüt auf der Bank
des Bergischen HC. Auch der ehemalige Tabellenführer TV Hüttenberg und
zuletzt der TV Bittenfeld mussten die Rückfahrt ohne Punkte im Gepäck
antreten. Eric Meinhardt und Kollegen trumpfen dabei mit ihrer aggressiven
Abwehr auf,
hinter der mit Mareks Skabeikis und Timo Meinl zwei hervorragende
Torhüter den Kasten hüten. Darauf stellte TSG-Trainer Thomas König sein Team
bereits im Vorfeld ein: "Das wird für uns in Aue nicht leicht. Wir müssen
gegen eine aggressive 6:0-Abwehr Geduld haben und auf unsere Chancen
warten." Auch Kevin Klier konnte bereits erahnen, was ihn und seine
Vorderleute erwartet: „Auf uns wartet in Aue eine kampfbereite
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Evgeni Pevnov war mit fünf Toren am Kreis
erfolgreich - Foto: Reis |
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Mannschaft. Wir müssen diesen Kampf annehmen, bei dem höchste Konzentration
erforderlich sein wird.“ Auf der anderen Seite blickte Aues Co-Trainer
Stephan Swat nach dem 33:34-Auswärtssieg in Saarlouis dem Spiel optimistisch
entgegen: „Friesenheim ist natürlich klarer Favorit, aber wir wollen uns
nicht verstecken. Nach dem
Bergischen HC, Hüttenberg und Bittenfeld ist es die vierte
Spitzenmannschaft, gegen die wir alles versuchen werden.“
Bei der TSG Friesenheim verzichteten
verletzungsbedingt Mindaugas Veta, Jan-Lars Gaubatz und Andreas Friedrich
auf die 450 Kilometer lange Reise ins Erzgebirge. Dafür rückte erneut
Alexander |
Eusterholz aus der zweiten Mannschaft, bei der er tags zuvor acht
Tore beim 31:28-Sieg über den HC Gonsenheim markierte, in den Kader der
Bundesliga-Handballer auf. Auf Seiten des EHV fehlten Rückraum-Ass Alexander
Matschos, der sich in der Partie in Essen einen Riss des vorderen
Kreuzbandes zuzog, sowie Michael Hätterich, gleichfalls ein Mann für die
Königsposition.
Den besseren Start in die Partie, die auch
von vier Friesenheimer Fans verfolgt wurde, fanden die Gäste. Trotz eines
technischen Fehlers direkt nach Anwurf der Partie erzielte
Evgeni Pevnov
nach etwas mehr als einer Minute das erste Tor der Partie. Auch beim 0:2
setzte sich Pevonov wunderbar am Kreis durch und ließ somit bereits
frühzeitig seine Klasse aufblitzen. Es entwickelte sich die erwartet
kampfbetonte Partie, in der die Auer zunächst mit technischen Fehlern und
der kompakten Abwehr der „Eulen“ zu kämpfen hatten. Nach neun Minuten
brachte „Benni“ Matschke seine Farben per Strafwurf mit 2:6 in Front. Zuvor
erhielt Arnar Jon Agnarsson eine Zwei-Minuten-Strafe, da er sich zu sehr im
Zweikampf mit Evgeni Pevnov engagierte. Nur knappe zwei Minuten später
scheiterte Matschke mit seinem zweiten Siebenmeterversuch allerdings an
Mareks
Skabeikis, doch Kevin Klier stand dem in nichts nach. Auch auf der
Gegenseite
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entschieden die Schiedsrichter auf Strafwurf, doch Zbynek Vesely
brachte die Harzkugel nicht an Klier vorbei. Auch aus dem laufenden Spiel
heraus fanden die Gastgeber kaum zum Torabschluss oder scheiterten am
glänzend aufgelegten Kevin Klier, so dass die „Eulen“ den Vorsprung bis zur
24. Spielminute auf 4:9 ausbauen konnten. Dabei feierte Nils Brandt nach
seiner langen Verletzungspause wieder einen Torerfolg, musste anschließend
jedoch für zwei Minuten das Feld verlassen. Die Überzahlsituation nutzten
die Gastgeber anschließend, um durch Tore von Eric Meinhardt und Zbynek
Vesely auf 6:9 zu verkürzen. Anlass genug für Thomas König, fünf Minuten vor
der Halbzeitpause
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Gunnar Dietrich wurde nach starkem Beginn konsequent in
Manndeckung genommen - Foto: Reis |
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eine Auszeit zu beantragen. Diese zeigte zunächst keine
Wirkung, da Felix Kempe per Siebenmeter und Tommi Sillanpää zwei weitere
Tore für den EHV erzielten. Knapp zwei Minuten waren zu diesem Zeitpunkt
noch zu spielen. Kurz darauf erhielt Shinnosuke Uematsu seine dritte
Zeitstrafe, und Benjamin Matschke bewies vom Siebenmeterpunkt
Nervenstärke.
Mit dem Halbzeitpfiff erzielte zudem Evgeni Pevnov den wichtigen
8:11-Halbzeitstand.
Die zweite Hälfte der Partie begann ähnlich
kampfbetont wie die erste Halbzeit geendet hatte. Die „Eulen“ bissen sich an
der nun kompakten Auer Abwehr die Zähne aus, was auch der direkten
Manndeckung von Georg Rothenburger gegen Gunnar Dietrich geschuldet war.
Zbynek Vesely und Eric Meinhardt verkürzten erneut auf 10:11 und erhöhten so
den Lärmpegel in der Erzgebirgshalle um einiges. Doch Thomas Zellmer und Co.
behielten trotz der hitzigen Atmosphäre einen kühlen Kopf und Kevin Klier
vernagelte regelrecht das TSG-Gehäuse.
Dreizehn Minuten lang konnten die
Gastgeber keinen Torerfolg bejubeln und die Friesenheimer zogen auf 10:16
davon. Einzig die unzureichende Torausbeute konnte man der Mannschaft zu
diesem Zeitpunkt vorwerfen. Dabei muss jedoch auch erwähnt werden, dass der
EHV-Keeper Mareks Skabeikis Kevin
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Frank Müller avancierte mit seinen Toren in der
zweiten Hälfte zum Matchwinner - Foto: Reis |
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Kevin Klier in nichts nachstand und ebenso eine
Vielzahl von Würfen parierte. Nach 45 Minuten platzierte dann Eric Meinhardt
den Ball wieder hinter Kevin Klier, dem ein Tor von Carlo Wittig folgte.
Philipp Grimm erhöhte wieder auf 12:17, bevor Nils Brandt mit seiner zweiten
Zwei-Minuten-Strafe erneut das Feld räumen musste. In dieser Phase keimte
nach zwei Auer Torerfolgen nochmals Hoffnung unter den Zuschauern auf. Diese
währte allerdings nur wenige Minuten. Nach dem 15:18 durch Carlo Wittig
folgten vier Tore der „Eulen“ in Folge, so dass zwei Minuten vor Spielende
die Partie entschieden war. Negativer Höhepunkt war dabei die rote Karte
gegen Arnar Jon Agnarsson, der Frank Müller bei einer Abwehraktion im |
Gesicht traf. In den letzten beiden Minuten konnten die
Erzgebirgler noch
ein wenig Ergebniskosmetik betreiben, was jedoch durch Zeitstrafen gegen
Frank Müller und Christian Dissinger deutlich erleichtert wurde.
In der anschließenden Pressekonferenz ließ TSG-Coach Thomas König das
Spiel nochmals Revue passieren: „Wir haben gewusst, dass es hier nicht
leicht wird zu spielen. Wir haben auch gewusst, dass Aue eine sehr
abwehrstarke Mannschaft hat. Daher haben wir vor dem Spiel die Parole
ausgegeben: Das Spiel wird in der Abwehr gewonnen. Die 18 Gegentore sprechen
für sich und damit war die Abwehr im Verbund mit Kevin Klier der Garant für
den Sieg. Man darf aber auch keinen Hehl daraus machen,
dass ich mit der Angriffsleistung heute nicht zufrieden war. Wir haben zu
viele einfache Fehler gemacht, haben zu viele Chancen vergeben und auch ein
Stück weit zu passiv gespielt. Insgesamt kann man dennoch sagen, dass wir
zufrieden und glücklich sind, zwei Punkte aus Aue mitzunehmen.“ Sein
Trainer-Kollege Maik Nowak war mit Leistung seiner Mannschaft
erwartungsgemäß weniger zufrieden: „Glückwunsch an Friesenheim zum
verdienten Sieg. Natürlich sind wir ein Stück weit enttäuscht, da zwar 22
Gegentore gegen eine Mannschaft wie Friesenheim gut aussehen, aber 18 eigene
Treffer einfach viel zu wenig
sind. Wir sind heute im Rückraum nicht an
unsere Leistung herangekommen, die jeder Spieler eigentlich abrufen könnte,
und dann reicht es einfach nicht. Vor allem die Anfangsphase hat richtig weh
getan. Da haben wir Friesenheim ins Spiel kommen zu lassen und dann ist
natürlich wieder schwer ran zu kommen, zumal wir nicht die Big Points machen
konnten.“
Die Mannen um Philipp Grimm feierten in Aue einen Start-Ziel-Erfolg und
agierten in den schwierigen Phasen besonnen und souverän. Sie ließen sich
trotz der aufgeheizten Atmosphäre nicht aus der Ruhe bringen und konnten
sich auf die starke Abwehr und einen klasse Keeper Kevin Klier verlassen.
Der 18:22 (8:11)-
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Thomas König: "Die Abwehr im Verbund mit Kevin Klier war der
Garant für den Sieg" - Foto: Reis |
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Auswärtserfolg festigt den ersten
Tabellenplatz, den die „Eulen“ trotz eines kommenden spielfreien Wochenendes
auch noch zum nächsten Vergleich bei der TSG Groß-Bieberau inne haben
werden.
Die Statistik:
EHV Aue: Skabeikis, Meinl;
Schäfer, Meinhardt (5/1), Kempe (2/2), Rothenburger, Agnarsson, Richter,
Berthold, Vesely (5), Sillanpää (3), Uematsu, Wittig (3); Trainer:
Maik Nowak
TSG Friesenheim: Klier, Pfeiffer;
Grimm (3/1), Zellmer (1), Dietrich (3), Müller (3), Brandt (1), Pevnov (5),
Ruß, Matschke (5/3), Ancsin, Becker, Dissinger, Eusterholz (1); Trainer:
Thomas König
SR: Fabian Baumgart (Altenheim) &
Sascha Wild (Elgersweier) ◊ Zuschauer: 1 200 ◊ Zeitstrafen (in
Min.): 10:10, Agnarsson (9.), Uematsu (13., 22. und 29.), Sillanpää
(45.) – Brandt (24. und 48.), Müller (40. und 58.), Dissinger (59.) ◊
Siebenmeter: 4/3 : 7/4, Klier pariert gegen Vesely (12.) – Matschke
scheitert an Skabeikis (11.), Grimm ebenso (19.) und Matschke mit einem
Lattentreffer (44.) ◊ Team-Time-out: 15:59 und 51:05 – 24:33
Spielfilm: 1:3 (5.), 2:6 (10.), 3:8
(16.), 4:9 (24.), 7:9 (27.), 8:11 (HZ) – 10:11 (33.), 10:15 (39.),
12:17 (47.), 15:18 (52.), 15:22 (58.), 18:22 (EN) |