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08.03.2010 - Pressestelle TSG Friesenheim
Starker Abwehrverbund sichert Auswärtserfolg gegen Aue
 
(ste) Die Ausfahrt nach Lößnitz hat sich für die Handballer der TSG Friesenheim gelohnt. In der mit 1.200 Zuschauern gut besuchten Erzgebirgshalle kassierten die „Eulen“ gegen den heimischen EHV Aue lediglich 18 Gegentore und erzielten selbst deren 22. In der Endabrechnung ergab dies zwei Punkte für die Mannen von Trainer Thomas König, die damit die Spitzenposition festigen konnten. Von Beginn an agierte die Abwehr um Gunnar Dietrich und Evgeni Pevnov äußerst agil und ließen kaum freie Möglichkeiten für die Gastgeber zu. Mit Kevin Klier hatte man zudem einen erneut sehr sicheren Rückhalt in den eigenen Reihen, der zahlreiche Chancen der Erzgebirgler zunichtemachte. Im Angriff hingegen
Kevin Klier wurde Dank seiner zahlreichen Paraden zum Spieler des Spiels gewählt - Foto: Reis
taten sich die „Eulen“ mit zunehmender Spieldauer immer schwerer, was auch mit der andauernden Manndeckung gegen Gunnar Dietrich zusammenhing. Dennoch konnten die Pfälzer in den entscheidenden Spielsituationen Akzente setzen und verließen verdient als Sieger das Parkett. Die 18 Gegentore stellen dabei auch noch einen Saisonbestwert dar, den die „Eulen“ zuletzt am 5. Februar 2006 in der Partie gegen die HSG Gensungen/Felsberg (29:18) aufweisen konnten.

Dabei konnten die sonst sehr heimstarken Auer im Laufe der Saison bereits gegen einige Top-Clubs auftrumpfen und vermasselten beispielsweise Chrischa Hannawald das Trainerdebüt auf der Bank des Bergischen HC. Auch der ehemalige Tabellenführer TV Hüttenberg und zuletzt der TV Bittenfeld mussten die Rückfahrt ohne Punkte im Gepäck antreten. Eric Meinhardt und Kollegen trumpfen dabei mit ihrer aggressiven Abwehr auf, hinter der mit Mareks Skabeikis und Timo Meinl zwei hervorragende Torhüter den Kasten hüten. Darauf stellte TSG-Trainer Thomas König sein Team bereits im Vorfeld ein: "Das wird für uns in Aue nicht leicht. Wir müssen gegen eine aggressive 6:0-Abwehr Geduld haben und auf unsere Chancen warten." Auch Kevin Klier konnte bereits erahnen, was ihn und seine Vorderleute erwartet: „Auf uns wartet in Aue eine kampfbereite
Evgeni Pevnov war mit fünf Toren am Kreis erfolgreich - Foto: Reis
Mannschaft. Wir müssen diesen Kampf annehmen, bei dem höchste Konzentration erforderlich sein wird.“ Auf der anderen Seite blickte Aues Co-Trainer Stephan Swat nach dem 33:34-Auswärtssieg in Saarlouis dem Spiel optimistisch entgegen: „Friesenheim ist natürlich klarer Favorit, aber wir wollen uns nicht verstecken. Nach dem Bergischen HC, Hüttenberg und Bittenfeld ist es die vierte Spitzenmannschaft, gegen die wir alles versuchen werden.“

Bei der TSG Friesenheim verzichteten verletzungsbedingt Mindaugas Veta, Jan-Lars Gaubatz und Andreas Friedrich auf die 450 Kilometer lange Reise ins Erzgebirge. Dafür rückte erneut Alexander
Eusterholz aus der zweiten Mannschaft, bei der er tags zuvor acht Tore beim 31:28-Sieg über den HC Gonsenheim markierte, in den Kader der Bundesliga-Handballer auf. Auf Seiten des EHV fehlten Rückraum-Ass Alexander Matschos, der sich in der Partie in Essen einen Riss des vorderen Kreuzbandes zuzog, sowie Michael Hätterich, gleichfalls ein Mann für die Königsposition.

Den besseren Start in die Partie, die auch von vier Friesenheimer Fans verfolgt wurde, fanden die Gäste. Trotz eines technischen Fehlers direkt nach Anwurf der Partie erzielte Evgeni Pevnov nach etwas mehr als einer Minute das erste Tor der Partie. Auch beim 0:2 setzte sich Pevonov wunderbar am Kreis durch und ließ somit bereits frühzeitig seine Klasse aufblitzen. Es entwickelte sich die erwartet kampfbetonte Partie, in der die Auer zunächst mit technischen Fehlern und der kompakten Abwehr der „Eulen“ zu kämpfen hatten. Nach neun Minuten brachte „Benni“ Matschke seine Farben per Strafwurf mit 2:6 in Front. Zuvor erhielt Arnar Jon Agnarsson eine Zwei-Minuten-Strafe, da er sich zu sehr im Zweikampf mit Evgeni Pevnov engagierte. Nur knappe zwei Minuten später scheiterte Matschke mit seinem zweiten Siebenmeterversuch allerdings an Mareks Skabeikis, doch Kevin Klier stand dem in nichts nach. Auch auf der Gegenseite
entschieden die Schiedsrichter auf Strafwurf, doch Zbynek Vesely brachte die Harzkugel nicht an Klier vorbei. Auch aus dem laufenden Spiel heraus fanden die Gastgeber kaum zum Torabschluss oder scheiterten am glänzend aufgelegten Kevin Klier, so dass die „Eulen“ den Vorsprung bis zur 24. Spielminute auf 4:9 ausbauen konnten. Dabei feierte Nils Brandt nach seiner langen Verletzungspause wieder einen Torerfolg, musste anschließend jedoch für zwei Minuten das Feld verlassen. Die Überzahlsituation nutzten die Gastgeber anschließend, um durch Tore von Eric Meinhardt und Zbynek Vesely auf 6:9 zu verkürzen. Anlass genug für Thomas König, fünf Minuten vor der Halbzeitpause
Gunnar Dietrich wurde nach starkem Beginn konsequent in Manndeckung genommen - Foto: Reis
eine Auszeit zu beantragen. Diese zeigte zunächst keine Wirkung, da Felix Kempe per Siebenmeter und Tommi Sillanpää zwei weitere Tore für den EHV erzielten. Knapp zwei Minuten waren zu diesem Zeitpunkt noch zu spielen. Kurz darauf erhielt Shinnosuke Uematsu seine dritte Zeitstrafe, und Benjamin Matschke bewies vom Siebenmeterpunkt Nervenstärke. Mit dem Halbzeitpfiff erzielte zudem Evgeni Pevnov den wichtigen 8:11-Halbzeitstand.

Die zweite Hälfte der Partie begann ähnlich kampfbetont wie die erste Halbzeit geendet hatte. Die „Eulen“ bissen sich an der nun kompakten Auer Abwehr die Zähne aus, was auch der direkten Manndeckung von Georg Rothenburger gegen Gunnar Dietrich geschuldet war. Zbynek Vesely und Eric Meinhardt verkürzten erneut auf 10:11 und erhöhten so den Lärmpegel in der Erzgebirgshalle um einiges. Doch Thomas Zellmer und Co. behielten trotz der hitzigen Atmosphäre einen kühlen Kopf und Kevin Klier vernagelte regelrecht das TSG-Gehäuse. Dreizehn Minuten lang konnten die Gastgeber keinen Torerfolg bejubeln und die Friesenheimer zogen auf 10:16 davon. Einzig die unzureichende Torausbeute konnte man der Mannschaft zu diesem Zeitpunkt vorwerfen. Dabei muss jedoch auch erwähnt werden, dass der EHV-Keeper Mareks Skabeikis Kevin
Frank Müller avancierte mit seinen Toren in der zweiten Hälfte zum Matchwinner - Foto: Reis
Kevin Klier in nichts nachstand und ebenso eine Vielzahl von Würfen parierte. Nach 45 Minuten platzierte dann Eric Meinhardt den Ball wieder hinter Kevin Klier, dem ein Tor von Carlo Wittig folgte. Philipp Grimm erhöhte wieder auf 12:17, bevor Nils Brandt mit seiner zweiten Zwei-Minuten-Strafe erneut das Feld räumen musste. In dieser Phase keimte nach zwei Auer Torerfolgen nochmals Hoffnung unter den Zuschauern auf. Diese währte allerdings nur wenige Minuten. Nach dem 15:18 durch Carlo Wittig folgten vier Tore der „Eulen“ in Folge, so dass zwei Minuten vor Spielende die Partie entschieden war. Negativer Höhepunkt war dabei die rote Karte gegen Arnar Jon Agnarsson, der Frank Müller bei einer Abwehraktion im
Gesicht traf. In den letzten beiden Minuten konnten die Erzgebirgler noch ein wenig Ergebniskosmetik betreiben, was jedoch durch Zeitstrafen gegen Frank Müller und Christian Dissinger deutlich erleichtert wurde.

In der anschließenden Pressekonferenz ließ TSG-Coach Thomas König das Spiel nochmals Revue passieren: „Wir haben gewusst, dass es hier nicht leicht wird zu spielen. Wir haben auch gewusst, dass Aue eine sehr abwehrstarke Mannschaft hat. Daher haben wir vor dem Spiel die Parole ausgegeben: Das Spiel wird in der Abwehr gewonnen. Die 18 Gegentore sprechen für sich und damit war die Abwehr im Verbund mit Kevin Klier der Garant für den Sieg. Man darf aber auch keinen Hehl daraus machen, dass ich mit der Angriffsleistung heute nicht zufrieden war. Wir haben zu viele einfache Fehler gemacht, haben zu viele Chancen vergeben und auch ein Stück weit zu passiv gespielt. Insgesamt kann man dennoch sagen, dass wir zufrieden und glücklich sind, zwei Punkte aus Aue mitzunehmen.“ Sein Trainer-Kollege Maik Nowak war mit Leistung seiner Mannschaft erwartungsgemäß weniger zufrieden: „Glückwunsch an Friesenheim zum verdienten Sieg. Natürlich sind wir ein Stück weit enttäuscht, da zwar 22 Gegentore gegen eine Mannschaft wie Friesenheim gut aussehen, aber 18 eigene Treffer einfach viel zu wenig
sind. Wir sind heute im Rückraum nicht an unsere Leistung herangekommen, die jeder Spieler eigentlich abrufen könnte, und dann reicht es einfach nicht. Vor allem die Anfangsphase hat richtig weh getan. Da haben wir Friesenheim ins Spiel kommen zu lassen und dann ist natürlich wieder schwer ran zu kommen, zumal wir nicht die Big Points machen konnten.“

Die Mannen um Philipp Grimm feierten in Aue einen Start-Ziel-Erfolg und agierten in den schwierigen Phasen besonnen und souverän. Sie ließen sich trotz der aufgeheizten Atmosphäre nicht aus der Ruhe bringen und konnten sich auf die starke Abwehr und einen klasse Keeper Kevin Klier verlassen. Der 18:22 (8:11)-
Thomas König: "Die Abwehr im Verbund mit Kevin Klier war der Garant für den Sieg" - Foto: Reis
Auswärtserfolg festigt den ersten Tabellenplatz, den die „Eulen“ trotz eines kommenden spielfreien Wochenendes auch noch zum nächsten Vergleich bei der TSG Groß-Bieberau inne haben werden.

Die Statistik:

EHV Aue: Skabeikis, Meinl; Schäfer, Meinhardt (5/1), Kempe (2/2), Rothenburger, Agnarsson, Richter, Berthold, Vesely (5), Sillanpää (3), Uematsu, Wittig (3); Trainer: Maik Nowak

TSG Friesenheim: Klier, Pfeiffer; Grimm (3/1), Zellmer (1), Dietrich (3), Müller (3), Brandt (1), Pevnov (5), Ruß, Matschke (5/3), Ancsin, Becker, Dissinger, Eusterholz (1); Trainer: Thomas König

SR: Fabian Baumgart (Altenheim) & Sascha Wild (Elgersweier) ◊ Zuschauer: 1 200 ◊ Zeitstrafen (in Min.): 10:10, Agnarsson (9.), Uematsu (13., 22. und 29.), Sillanpää (45.) – Brandt (24. und 48.), Müller (40. und 58.), Dissinger (59.) ◊ Siebenmeter: 4/3 : 7/4, Klier pariert gegen Vesely (12.) – Matschke scheitert an Skabeikis (11.), Grimm ebenso (19.) und Matschke mit einem Lattentreffer (44.) ◊ Team-Time-out: 15:59 und 51:05 – 24:33

Spielfilm: 1:3 (5.), 2:6 (10.), 3:8 (16.), 4:9 (24.), 7:9 (27.), 8:11 (HZ) – 10:11 (33.), 10:15 (39.), 12:17 (47.), 15:18 (52.), 15:22 (58.), 18:22 (EN)

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