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Die Eulen feiern zweiten Heimsieg

(jw) Bundesliga-Aufsteiger bezwingt nach der starker ersten Hälfte den VfL Gummersbach mit 28:24

Foto: Harry Reis

LUDWIGSHAFEN. Die Eulen Ludwigshafen setzten ihren Aufwärtstrend fort. Im dritten Heimspiel der Saison 2017/18 besiegten sie den VfL Gummersbach mit 28:24 (15:10) und feierten vor 1903 Zuschauern in der Friedrich-Eberthalle zugleich ihren zweiten Sieg vor eigener Kulisse. Mann des Tages war Patrick Weber mit neun Toren. Schon am kommenden Donnerstag empfangen die Eulen erneut in eigener Halle, GWD Minden (19:00 Uhr).

Das war erste Sahne. Selten zuvor erlebten die Eulen solch einen tollen Start als gegen den Traditionsclub aus dem Bergischen Land. Mit einer starken Abwehrleistung setzte die Mannschaft um Kapitän Gunnar Dietrich die Gäste gleich unter Druck und lähmte deren Angriffsspiel. Trainer Ben Matschke hatte die Schwächen in der Mannschaft seines Kollegen Dirk Beuchler zuvor ausgemacht und seine Jungs dementsprechend offensiv eingestellt. Das hatte Folgen: Bereits nach 15 Minuten führte Ludwigshafen mit 7:3 Toren. Die Stimmung auf den Rängen hätte nicht besser sein können. Dagegen erste Verluste beim VfL, die nach einem Foul von Stanislav Zhuhkov gegen Remmlinger früh auf ihren Rückraumspieler verzichten mussten. Die Unparteiischen Brodbeck/Reich hatten den Ukrainer mit einer Roten Karte des Feldes verwiesen. Die Eulen ließen sich nicht aus dem Konzept bringen und zeigten sich auch im Angriff deutlich verbessert. Patrick Weber kam von der Bank und "ballerte" die Bälle aus dem Rückraum in die Maschen. Da sah Carsten Lichtlein nicht gut aus. Der Nationaltorhüter ging auch genervt in der 24. Minute von der Platte. Daran änderte sich bei seiner Mannschaft nicht viel. Sie fanden einfach kein Gegenmittel, um den Torrausch der Hausherren zu bremsen. Ludwigshafen bewies eine großartige Moral, Leidenschaft und Kampf und nutzte nahezu jeden Ballgewinn, um zu einem Treffer zu kommen. Klasse auch auf Linksaußen-Position, Denni Djozic, der eigentliche Wegbereiter des Sieges, nachdem er bei seinen ersten drei Würfen traf. Die Führung mit fünf Toren in der Halbzeit war auch hochverdient. "Das war eine unfassbar gute Abwehrleistung", meinte Weber. Dabei standen die Vorzeichen noch vor der Partie nicht allzu günstig, nachdem Oliver Heß und Pascal Durak mit einer Grippe noch vor Spielbeginn abgemeldet und somit der Mannschaft nicht zur Verfügung standen.

Nach dem Pausentee wirkte Gummersbach etwas strukturierter. Dirk Beuchler hatte seiner Mannschaft eine versetzte 5:1 Abwehr mit auf den Weg gegeben und Tobias Schröter hatte die Aufgabe den Eulen-Rückraum frühzeitig zu stören. Sein Blick gehörte besonders Patrick Weber, der vor der Pause gleich sechs Mal traf. Die Gäste verkürzten mit zunehmender Spieldauer ihren Rückstand, aber die Eulen kontrollierten weiterhin die Partie. Auch deswegen, weil Torhüter Kevin Klier wieder zu großer Klasse auflief. "Dafür bin ich doch da", meinte er augenzwinkernd. Der Routinier zog letztlich den Gästen den Zahn als er die freien Würfen von Marvin Sommer, Max Jäger, Florian von Gruchalla und seinem früheren Kollegen Alexander Becker parierte. Gummersbach hatte auch Pech, als Baumgärtner, Jäger und erneut Becker nur den Pfosten trafen. Der Kräfteverschleiß bei den Gastgebern machte sie bemerkbar und die Oberbergischen kamen bis auf zwei Tore heran. Ludwigshafen wirkte nicht mehr so konzentriert und somit nahm die Zahl der technischen Fehlern zu. Da reagierte Trainer Matschke noch rechtzeitig mit einer weiteren Auszeit und stellte seine Mannschaft neu ein. Eine seiner taktischen Maßnahmen war es, dass er für den starken Linksaußen Denni Djozic, mit Patrick Weber neben Gunnar Dietrich einen weiteren linken Rückraumspieler auf das Spielfeld schickte. Damit überraschte er die Gäste und brachte dadurch ihre versetzte 5:1 Abwehr ein wenig ins Wanken. Auch schwächten sich die Gäste zudem selbst, als Marvin Sommer nach einem Ellenbogencheck (47.) Jan Remmlinger zu Boden brachte und ebenfalls mit einer Roten und Blauen Karte das Spielfeld verlassen musste. Die Partie stand in den Schlussminuten weiterhin auf der Kippe. Kapitän Gunnar, das große Vorbild im Abwehrverbund zog es dann immer wieder an den Kreis und er traf auch. Die Eulen blieben in Front. Und da war noch Robin Egelhof, der einen Tag nach seinem 20. Geburtstag mit seinem ganz wichtigen Treffer zum 24:21 fünf Minuten vor dem Abpfiff für eine Vorentscheidung sorgte. Die Eulen kamen immer wieder zurück und bewahrten die Ruhe. Sie zeigten den größeren Willen und die Leidenschaft. Ganz stark auch Spielmacher Alexander Feld, wie er eine Minute vor dem Abpfiff mit seinem Tor zum 27:23 die letzten Zweifel am zweiten Sieg beseitigte. "Wir haben immer wieder die passende Antwort gefunden und uns bis zum Ende zerrissen", zeigte sich Kapitän Dietrich erleichtert. Auch Trainer Matschke zeigte sich hocherfreut über den zweiten Sieg vor eigener Kulisse. "Heimspiele sollen zu einem Fest werden und es freut mich, dass sich die Jungs heute für ihren Aufwand belohnt und unser Publikum auf diesem Weg unterstützt hatten", sagte Matschke. Dagegen wirkte sein Gegenüber Dirk Beuchler sichtlich enttäuscht. „Wir müssen uns erstmals an die eigene Nase packen“, sagte er mit Blick auf das Spiel, das seine Mannschaft trotz aller Widrigkeiten auch für sich entscheiden hätte können: „Wir haben viel zu viele freie Bälle verworfen.“ Da wollte ihm auch Matschke nicht widersprechen. "In der zweiten Hälfte waren wir nicht besser oder schlechter, wir hatten diesmal das Glück auf unserer Seite".