Die Eulen Ludwigshafen

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- Pressestelle TSG Ludwigshafen-Friesenheim

"Es ist alles möglich"

(jw) Die Eulen Ludwigshafen erwarten wiedererstarkten TBV Lemgo

Foto: Harry Reis

LUDWIGSHAFEN. Seit neun Wochen trägt Frederic Stüber das Trikot des Handball-Bundesligisten Die Eulen Ludwigshafen. Für den 22 Jahre alten Kreisläufer, der zu Saisonbeginn vom Zweitliga-Absteiger TV Neuhausen in die Chemiestadt kam, ging mit dem überraschenden Aufstieg der Eulen am 10. Juni zugleich ein Traum in Erfüllung. Jetzt hofft der gebürtige Niedersachse endlich auch mal bei der "Humba", die von seinem Teamkollegen Kai Dippe bei einem Sieg angestimmt wird, dabei zu sein.

"Ich habe sie schon oft gesehen, aber ich will unbedingt mal mittendrin sein", sagt Stüber. Am liebsten wäre es ihm, wenn dies schon am kommenden Sonntag gelingen könnte. Dann empfangen die Eulen Ludwigshafen den TBV Lemgo (Anpfiff 12.30 Uhr, Friedrich-Eberthalle, Ludwigshafen) und hoffen die ersten Zähler auf ihrem Habenkonto verbuchen zu können. Die Partie leiten die beiden Unparteiischen Christoph Klein/Ronald Klein (Tönisvorst/Ratingen). Dabei kommt es bei dieser Begegnung zu einem Wiedersehen mit den beiden früheren Eulen-Spielern Christian Klimek und Andrej Kogut.

Der Neuzugang, der sich schnell in der Mannschaft von Trainer Ben Matschke integrierte, sieht die Eulen gegen das Team von Ex-Weltmeister Florian Kehrmann keinesfalls chancenlos. "Wir sind nach den ersten drei Spielen definitiv in der Liga ankommen und müssen uns keinesfalls verstecken", sagt Stüber. Der 110 Kilogramm schwere Handballer, der mit Kapitän Gunnar Dietrich auch den Innenblock bildet, wirkt äußerst selbstbewusst und ist auch sicher, dass die Mannschaft bald auch die ersten Punkte einfahren wird. "Wenn wir nicht so viel Respekt vor dem Gegner zeigen, dann ist alles möglich".

Dabei hat man in der Chemiestadt noch gute Erinnerungen an den TBV Lemgo. In der letzten Bundesliga-Saison 2014/2015 gab es am 21.02.2015 im Lipperland ein 32:32 Unentschieden, während man sich zuvor vor eigenem Publikum am 10.12.2014 mit 25:24 durchsetzen konnte. Daran kann sich auch noch Trainer Florian Kehrmann erinnern, der erst kurz zuvor Nils Pfannenschmidt abgelöst hatte. Dementsprechend wird er auch nach den jüngsten Auftritten der Eulen seine Mannschaft vor der Fahrt nach Ludwigshafen gewarnt haben. "Mit 4:2 Punkten ist Lemgo sehr gut gestartet und ist diesmal auch der klare Favorit", erklärt Ben Matschke.

Die Punkte werden die Pfälzer nicht so einfach hergeben. In den letzten beiden Auswärtspartien in Magdeburg und Berlin haben sie sehr viel Selbstvertrauen getankt. Die Mannschaft um Kapitän Gunnar Dietrich hielt lange Zeit den Ausgang der Partien offen und musste sich am Ende erst nach eigenen Fehlern geschlagen geben. "Wir wussten, dass es für uns sehr schwer werden wird. Deshalb waren auch die Erwartungen auch nicht allzu hoch. Die Jungs werden den Kopf nicht in den Sand stecken", meint Trainer Ben Matschke. So wagt der äußerst engagierte Trainer auch derzeit keinen Blick auf die aktuelle Tabelle. "Wir denken ohnehin nur von Spiel zu Spiel. Egal, welcher Gegner kommt, wir wollen immer unsere beste Leistung abrufen", sagt Matschke.

Dabei hofft der Eulen-Coach, dass bis auf David Schmidt, der wegen eines Muskelfaseriss am linken Oberschenkel sechs Wochen ausfällt, wieder auf den kompletten Kader zurückgreifen zu können. Ein kleines Fragezeichen besteht noch bei Spielmacher Jan Remmlinger, der wegen einer Mittelhandverletzung in den letzten Tagen individuell trainierte und Oliver Heß, der nach einem erlittenen Hexenschuss teilweise mit dem Training aussetzen musste.

Dabei sieht Matschke sein Team auf einem gute Wege. "Alle ziehen voll mit", lobt er den Ehrgeiz seiner Jungs. Es gibt es noch Licht und Schatten. Einerseits die offensiven Deckungsvarianten, mit denen die Eulen sowohl dem SC Magdeburg als auch den Füchsen Berlin Schwierigkeiten bereitete, anderseits die eigene Abschlussquote von 70 bis 80 Prozent, die sie um ein besseres Ergebnis gebracht haben. In den letzten Tagen hat er mit seiner Mannschaft weiter an den Defiziten gearbeitet und sieht die Jungs für die zweite Heimpartie in dieser noch jungen Spielzeit gut vorbereitet. Es wird ohnehin auch gegen den TBV Lemgo keine einfache Angelegenheit. Besonders die Deckung der Lipperstädter dürfte für die Eulen eine besondere Herausforderung werden. Mit Isaias Guardiola (HC Erlangen) und Fabian van Olphen (SC Magdeburg) haben die Gäste zwei erfahrene Abwehrspieler verpflichten können, die in der Defensive ihrem Team mehr Stabilität verleihen. Darüber macht sich Frederic Stüber, nicht allzu viele Gedanken. "Wir dürfen einfach keinen Respekt vor dem Gegner haben, dann ist eben alles möglich".