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Nach Sieg im Kellerduell geben Eulen Rote Laterne ab und dürfen auf Klassenerhalt hoffen

Eulen lassen Hüttenberg keine Chance

Foto: Harry Reis

(jw) LUDWIGSHAFEN. Noch lange nach dem Abpfiff schwärmte Eulen-Trainer Ben Matschke über den wichtigen Sieg seiner Mannschaft im Kellerduell gegen den Mit-Aufsteiger TV 05/07 Hüttenberg. Mit dem 32:28 (16:12) Sieg verließen die Pfälzer erstmals seit dem 23. Spieltag wieder den letzten Tabellenplatz und gaben die Rote Laterne an die Hessen weiter. Die Eulen, die jetzt auf einem Nichtabstiegsplatz befinden, dürfen wieder auf den Klassenerhalt hoffen. Erfolgreichster Torschütze war vor ausverkaufter Kulisse in der Friedrich-Eberthalle, David Schmidt mit neun Treffern.

„Das habe ich in dieser Form so auch noch nicht erlebt“, meinte Ben Matschke bei der anschließenden Pressekonferenz. Der studierte Pädagoge weiß, wovon er spricht. Seit zehn Jahren ist er eine Eule, sieben Jahre als Spieler und nun in der dritten Saison als Trainer. Denn wie noch nie zuvor standen die Fans hinter ihrer Mannschaft und selten war es so laut in der Eberthalle wie gegen den TV 05/07 Hüttenberg. Die Harmonie zwischen Mannschaft und Fans könnte nicht besser sein. Die heimischen Fans wussten, um was es diesmal geht. Es war die letzte Chance, um noch im Rennen um den Klassenerhalt zu bleiben. Diese Möglichkeit nutzte die Mannschaft. „Wir dürfen weiter träumen“, freute sich Matschke hinterher. "Danke für den tollen Tag". Während die Pfalz mit dem Abstieg des 1. FC Kaiserslautern in die dritte Liga trauert, befinden sich die Eulen weiterhin auf Kurs in der höchsten Spielklasse Deutschlands.

Der Druck war groß, sogar sehr groß. Nur ein Sieg wahrte den Eulen die Chance weiterhin um den Ligaverbleib mitspielen zu können. So demonstrierten die Gastgeber von Anfang an, dass man dieses Spiel, auch aufgrund des Restprogrammes, unbedingt gewinnen musste. Die Mannschaft von Trainer Emir Kurtagic wirkte nicht nur im Angriff von Beginn an gehemmt, sondern bekam auch in der Deckung keinen Zugriff auf die Gastgeber. Dementsprechend analysierte TVH-Trainer Emir Kurtagic in seiner ersten Auszeit zu Recht "Wir spielen keine Abwehr. Wir helfen uns nicht. Wir spielen nicht unser Spiel". Kurtagic hatte kein gutes Gefühl nach dem seine Mannschaft schon früh mit 9:5 durch einen Treffer von Kapitän Gunnar Dietrich in Rückstand geriet. Der 30 Jahre alte Rechtshänder suchte nicht nur das Duell Eins gegen Eins, sondern wagte auch den Sprung hinter einem Vierer-Block der Gäste. Es waren die einfachen Tore, die man schon lange so schmerzlich vermisst hatte. Auch sein Partner Azat Valiullin fand immer wieder die Lücke durch die gegnerische Mauer. "Wir hatten heute natürlich auch das Glück des Schützen. Es sind die Tore, die uns im Spiel gehalten haben", meinte Matschke. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hatte Kurtagic Gesprächsbedarf mit seinen Akteuren.

Hüttenbergs Auszeit war allerdings nicht von Erfolg gekrönt, sondern die Hausherren zogen sogar auf 11:5 weg. Es kam für die Mittelhessen noch schlimmer. Nach einem Foul gegen Gunnar Dietrich zeigten die Unparteiischen Moritz Zörb (19.) die Rote Karte. Ein schmerzlicher Verlust für die Gäste. "Aus meiner Sicht was das ein absolut überzogener Platzverweis", meinte Kurtagic. Ludwigshafen wirkte dennoch von Beginn an galliger als die Gäste und konnte seine Chancen besser nutzen. Auch deswegen, weil die sonst so agile Drei-Zwei-Eins-Deckung der Hüttenberger nicht sehr gut stand. "Wir haben zu schlecht gedeckt, das hat uns heute das Genick gebrochen", sagte Kurtagic. Dazu bereiteten die Eulen-Defensive deren beiden Schlüsselspielern Dominik Mappes und Ragnar Johannsson große Probleme. Die Eulen waren heiß auf diese Partie. Hüttenberg fand zunächst kein Mittel gegen die aggressive Deckung der Hausherren. Als Winter-Neuzugang Azat Valiullin zum 15:9 (27.) traf, kannte die Stimmung keine Grenzen.

Erst nach dem Pausentee kam Hüttenberg besser ins Spiel. Die Worte Kurtagics zeigten Wirkung. Die Defensive zeigte sich deutlich verbessert und auch beim Abschluss suchte man lange die Lücke zum gegnerischen Tor. So konnten die Gäste mit zunehmender Spielstand ihren Rückstand verkürzen. In der 46. Minute brachte Ragnar Johannsson seine Mannschaft bis auf zwei Tore (23:21) heran und hielt die Partie bis zum 26:24 (50.) offen. Dann landete Christian Rompf´s Wurf (51.) bei eigenem Überzahlspiel von der linken Außenposition am Pfosten. Im nächsten Angriff sicherte sich Moritz Lambrecht einen Ballgewinn, prellte dreimal und warf hinter der Mittellinie 20 Zentimeter am leeren Tor der Eulen vorbei ins Aus. Das war aus Sicht der Gäste zum Haare raufen.

Da nutzte der überragende Eulen-Torjäger David Schmidt erneut seine Möglichkeiten. Mit seinen Toren zum 26:23, 27:24 und 28:24 (52.) sorgte der Linkshänder, der sich immer wieder im Eins gegen Eins-Spiel durchsetzen konnte, für die Vorentscheidung. Dann sprachen die beiden Unparteiischen den Gästen einen Siebenmeter zu. Eulen-Coach Matschke brachte dann erstmals den verletzten Kevin Klier. Der Routinier parierte den Wurf von Daniel Wernig. Die Halle stand Kopf, Klier setzte den nötigen und maximalen Impuls. Die Eulen waren weiterhin mit vier Toren enteilt. Diesen Vorsprung konnten sie bis zum Abpfiff auch verteidigen, nach dem Stefan Hanemann zwischen den Pfosten mit seinen Paraden Nummer zehn und elf sich ebenfalls als sicheren Rückhalt in der Schlußphase erwies. Da brachte auch der letzte Hüttenberger Versuch mit einer sich weiter öffnenden Deckung nichts mehr.

"Wir haben zu schlecht gedeckt und zu einfache Tore bekommen. Wir waren heute nicht gut. Der Gegner war nicht viel besser, aber abgeklärter. Das war von uns seit langem eine richtige schlechte Leistung in der Abwehr", meinte Kurtagic am Ende. Dagegen war Ben Matschke einfach nur glücklich. "Ich bin einfach unheimlich froh, dass wir diese wichtige Partie für uns entscheiden konnten". Die Mission Klassenerhalt ist noch nicht beendet. Noch stehen vier weitere Partien auf dem Plan. "Wir werden unseren Weg weitergehen und auch in der Schlussphase alles geben, um unser Ziel zu erreichen".

Statistik:

Die Eulen Ludwigshafen - TV 05/07 Hüttenberg 32:28 (16:12)

Die Eulen Ludwigshafen: Klier (1/0), Hanemann (11/28) - Stüber, Hurscak (1), Dietrich (6), Scholz (4), Haider, Feld (3), Falk, Durak (1), Bührer, Djozic (2/1), Weber, Dippe (2), Valiullin (4), Schmidt (9).

TV 07 Hüttenberg: Ritschel (5/19/1), Schomburg (3/14) - Sklenak (2), Wörner, Lambrecht, Wernig (5/2), Rompf (3), Zörb, Fernandes (4), Johannsson (6), Klein, Roth, Mappes (4), Hofmann (1), Hahn (2), Lauer.

Spielfilm: 5:2 (10.), 8:5 (16.), 11:5 (20.), 12:8 (24.), 15:8 (27.), 16:12 (30.), 19:14 (34.), 20:17 (39.), 22:18 (43.), 26:24 (50.), 29:24 (53.), 31:26 (56.) 32:28 (60.) - Siebenmeter: 2/1 (Djozic scheitert an Schomburg) - 3/2 (Wernig scheitert an Klier - Zeitstrafen:´8 (Djozic, Dippe, Schmidt, Falk) - 6 Min. (Zörb, Fernandes, Klein) - Rote Karte: Zörb (19., Foulspiel an Dietrich) - Beste Spieler: Schmidt, Hanemann, Valiullin, Dippe - Johannsson, Wernig - Zuschauer: 2350 (ausverkauft) - Schiedsrichter: Baumgart/Wild (Altenheim/Elgersweier).