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- Pressestelle TSG Ludwigshafen-Friesenheim

Die Eulen Ludwigshafen müssen sich nach starkem Beginn mit zehn Toren geschlagen geben

Eulen stürzten in der zweiter Spielhälfte ab

Foto: Harry Reis

(jw) HANNOVER. Die Erfolgsbilanz aus den letzten beiden Spielen erhielt einen Dämpfer. Trotz einer starken Leistung in den 20 Minuten mussten sich die Eulen Ludwigshafen im vorletzten Auswärtsspiel Gastspiel beim TSV Hannover-Burgdorf mit 23:33 (9:11) deutlich geschlagen geben. Während die Niedersachsen auf Platz sechs rückten, müssen die Eulen nach dem Unentschieden des TV 05/07 Hüttenberg gegen den TBV Lemgo weiterhin um den Ligaverbleib bangen. Erfolgreichster Torschütze bei den Eulen war David Schmidt mit sechs Treffern.

Nach dem Abpfiff herrschte Ratlosigkeit, die Eulen wirkten fassungslos. Die Art und Weise wie die Gastgeber die Pfälzer aus ihrem Konzept brachten, ließ viele Fragen offen. In Spielabschnitt zwei waren die Eulen in keiner Phase auf Augenhöhe mit den Gastgebern. Die Achse Patrail/Brozovic war nicht zu bremsen und sorgte auch dafür, dass sich die Mannschaft von Trainer Carlos Ortega sich Mitte der zweiten Hälfte dann spielentscheidend absetzen konnte. Dabei hatte es noch im ersten Spielabschnitt für die Gäste aus Ludwigshafen noch gut ausgesehen. Die Eulen um Kapitän Gunnar Dietrich überzeugten im Abwehrverbund und ließen den Recken kaum eine Chance. Der Matchplan Matschke schien aufzugehen. Immerhin gelang den Gastgebern in dieser Phase nur fünf Gegentore. "Wir hatten einen klaren Plan", sagte Kapitän Gunnar Dietrich. Dagegen fand Hannover zunächst kein Mittel. Deren Angriffsspiel war viel zu statisch, es mangelte an Ideen, Entschlossenheit und Handlungsschnelligkeit. Und da auch noch einige technische Fehler hinzukamen, lagen die Norddeutschen folgerichtig auch zurück. Der DHB-Pokalteilnehmer wirkte behäbig und ideenlos. Das gefiel Carlos Ortega an der Außenlinie gar nicht. "Seid ihr da?", waren seine lauten Worte in der ersten Auszeit.

Der Spanier reagierte. Für den wenig überzeugenden Morten Olson brachte er Mait Patrail. Es ging ein Ruck durch seine Mannschaft. Aber zu diesem Zeitpunkt hätten die Eulen schon höher führen können, nachdem sie bereits einige Bälle verworfen hatten. In der Zwischenzeit wurden die Recken wach und stemmten sich gegen den Rückstand. Nach dem Frederic Stüber mit einer Zwei-Minuten-Strafe auf die Bank musste, gelang Hannover dann in Überzahl mit zwei Toren in Folge die 9:7 Führung (27.). Die Gastgeber fanden mit zunehmender Spieldauer dann auch immer mehr die Lücken im Deckungsverbund der Pfälzer und kamen so zu leichten Toren. Dabei profitierten sie auch von den Fehlern des Aufsteigers, die zu Gegenstößen führten. „Unsere technischen Fehler waren unser größtes Problem“, haderte Kapitän Dietrich.

In der zweiten Hälfte warfen die Gäste aus Ludwigshafen alles in die Waagschale und kamen trotz des zeitweiligen Fünf-Tore-Rückstandes nochmals durch einen Treffer von Jonathan Scholz auf 15:17 (39.) heran. Dann brachen aber alle Dämme. Ilja Brozovic, die Wuchtbrumme am Kreis der Recken traf erneut zum 18:15 und nach einer Zeitstrafe gegen Timo Kastening kam Kai Dippe nicht einem Zuspiel von Gunnar Dietrich nicht in Ballbesitz. Im Gegenzug traf erneut Brozovic und Dietrich musste ebenfalls für zwei Minuten vom Spielfeld. Die Eulen gerieten völlig aus dem Takt. Azat Valiullin traf nur die Latte, David Schmidt warf neben das Tor. Es war zum Haare raufen. Mit einem Sechs-Null-Lauf innerhalb von sechs Minuten sorgten die Recken, die ohne den Ex-Friesenheimer Evgeni Pevnov (Daumenverletzung) in die Partie gingen, für die Vorentscheidung. Die leichten Ballverluste führten immer wieder zu Tempogegenstößen, die Abwehrformation der Eulen fand im gebundenen Spiel keinen Zugriff mehr.

Da nutzten auch die beiden Auszeiten von Trainer Matschke nichts. Auch die Einwechslung von Patrick Weber, der als vorgezogene Spitze in der Fünf-Eins-Deckung agierte, brachte nicht mehr die erhoffte Ergebniskosmetik. "Wir hatten einfach nicht mehr den Zug zum Tor", haderte Kapitän Gunnar Dietrich. Dementsprechend enttäuscht zeigte sich auch Trainer Matschke, der in den letzten beiden Spielminuten, dem erst 18 Jahre alten und talentierten Nachwuchstorhüter Leon Hoblay zur Bundesliga-Premiere verhalf.

"Da hat die Ordnung, aber auch die gegenseitige Unterstützung in der Abwehr gefehlt. Unsere Mechanismen haben nicht mehr gegriffen“, meinte Matschke. Der Pädagoge hatte sich einfach mehr Gegenwehr seiner Jungs gegen die körperlich stärkeren Recken-Spieler gewünscht. "Zwar sind unsere Möglichkeiten hier begrenzt, aber meine Jungs haben es in den 20 Minuten gezeigt, dass sie sich nicht verstecken müssen", sagte Matschke. Die schwächste Halbzeit in der laufenden Saison wird er nochmals mit seinen Spielern aufarbeiten müssen. Denn schon am kommenden Donnerstag, wenn die MT Melsungen in der Friedrich-Eberthalle zu Gast sein wird, will die Mannschaft ein ganz anderes Gesicht zeigen. „Wir werden das am Donnerstag vor eigenem Publikum besser machen“, kündigte Kapitän Gunnar Dietrich an.

Statistik:

TSV Hannover-Burgdorf - Die Eulen Ludwigshafen 33:23 (11:9)

TSV Hannover-Burgdorf: Ziemer (n.E.), Semisch (10/23) - Mortenson (2/2), Patrail (5), Thiele, Lehnhof (5), Häfner (5), Böhm (1), Krone, Karason, Olson, Brozovic (5), Kalafut (3), Christopherson, Kastening (7).

Eulen Ludwigshafen: Hoblay (0/0), Hanemann (5/33) - Stüber (2), Hurscak, Dietrich (1), Scholz (1), Feld (3), Falk (4), Durak, Bührer, Djozic (5/5), Weber, Dippe (1), Valiullin, Schmidt (6).

Spielfilm: 2:4 (8.), 3:5 (15.), 6:6 (21.), 9:7 (27.), 11:9 (30.), 14:9 (33.), 15:12 (36.), 16:14 (37.), 23:15 (46.), 28:18 (51.), 29:21 (55.), 33:23 (60.)

Siebenmeter: 2/2 - 5/5 - Zeitstrafen: 6 (Lehnhoff, Karason, Kastening) - 10 Min. (Stüber, 2 x Dietrich, Feld, Schmidt) - Beste Spieler: Brozovic, Kastening, Patrail - Stüber, Schmidt - Zuschauer: 4164 - Schiedsrichter: Hofmann/Hörath (Fürth).