Die Eulen Ludwigshafen

Logo Die Eulen Ludwigshafen Gemeinsam alles geben DKB Handball Bundesliga
- Pressestelle TSG Ludwigshafen-Friesenheim

Heimsieg über Hagen- Patrick Weber: „Denn das bleibt haften“

Tadellose Einstellung: Nico Büdel feierte im letzten Heimspiel nochmals einen Zweier. - Foto: Reis

(gek) Die TSG Ludwigshafen-Friesenheim verabschiedete sich von ihren Fans mit einem 32:29-Sieg, feierte den 16. Zweier auf eigenem Parkett und baute die Heimbilanz auf endgültige 35:5 Zähler aus. Bis fünf Minuten vor dem Ende hatte der abstiegsgefährdete VfL Eintracht Hagen freilich die Möglichkeit, Zählbares aus der Friedrich-Ebert-Halle mitzunehmen. Doch eine letzte Unterzahl brachte die Westfalen entscheidend in Rückstand, weil den Eulen gleich drei Treffer in Überzahl gelangen. Deren Umstellung in der Defensive auf eine 5:1-Deckungsvariante mit Patrick Weber als „Störfaktor“ erwies sich in der Schlussphase als glänzendes taktisches Mittel, hatte Ballgewinne zur Folge und bremste das Angriffsspiel der Gäste merklich aus, die in der 48. Minute noch mit 26:24 geführt hatten. Hagen verkaufte sich teuer, hatte alles versucht, unterlag aber letztlich doch, weil die Truppe von Ben Matschke willensstark eines unbedingt wollte: im letzten Heimspiel beide Zähler behalten.

Nach der Partie wurden Co-Trainer Carsten Hoffmann, der mit Ben Matschke drei Jahre lang, zwei davon beim TV Hochdorf, erfolgreich zusammenarbeitete, mit einem Geschenkkorb verabschiedet. Das Gleiche erhielten die Spieler, die in der nächsten Runde in anderen Trikots unterwegs sein werden: Nico Büdel, Marco Hauk, Marius Kastening, Jonas Kupijai und Stefan Lex.

Hielt mit seinen Toren die TSG im Spiel: Stefan Lex. - Foto: Reis

Fast 1600 Besucher waren Augenzeuge des letzten Heimauftritts der Rothemden, die ohne den gesperrten Pascal Durak auskommen mussten. Die Reise nach Ludwigshafen hatten ferner auch knapp 20 VfL-Anhänger auf sich genommen, die ihr Team während der 60 Minuten permanent unterstützten. Hagen kämpfte von der ersten Minute an, und in der Folge zogen Simon Ciupinski, Jens Reinarz und Dragan Tubic immer wieder die Blicke auf sich. Simon Ciupinski zog die Fäden im Angriff, Jens Reinarz verwandelte allein im ersten Durchgang vier Siebenmeter und wurde noch durch die Ausbeute von Dragan Tubic getoppt, der fünf Mal einnetzen konnte. Die TSG-Abwehr hatte, wie schon in Springe eine knappe Woche zuvor, ihre Probleme. Es mangelte an Aggressivität, viele Zweikämpfe gingen verloren und Ballgewinne für ein dann mögliches eigenes Tempospiel waren eine Ausnahme. Im ersten Durchgang lagen die Pfälzer nur drei Mal vorne, beim 2:1, 13:12 und 14:13 - und schließlich ging es mit einem Remis in die Kabinen.

Prächtiger Wurf und eine prächtige Saison gespielt: Patrick Weber. - Foto: Reis

Auch im zweiten Durchgang änderte sich zunächst nichts am Spielverlauf. Im TSG-Angriff waren es oft Einzelaktionen, die zu Torerfolgen führten. Und in der Abwehr fehlte weiterhin die Kompaktheit und wurde es den VfL-Angreifern schlicht zu leicht gemacht. So legte Hagen in den ersten Minuten stets vor, und erst ein Doppelschlag von Stefan Lex, der ein starkes Spiel machte, bescherte in der 36. Minute eine TSG-Führung (19:18). Die hatte nicht lange Bestand, denn Matthias Aschenbroich und Julian Renninger wendeten das Blatt. Nico Büdel und Philipp Grimm stellten den nächsten Gleichstand her, aber eine Führung gelang den Pfälzern vorerst nicht. Dem Unterzahltreffer von David Schmidt zum 23:23 folgten zwei VfL-Goals, und der Gast lag auch nach dem letzten Reinarz-Tor mit zwei Treffern vorne (24:26). Dann kassierte Marc Strohl eine Zeitstrafe, und Marius Kastening läutete mit seinem Anschlusstreffer einen 5:1-Lauf der TSG ein. Patrick Weber hämmerte das Spielgerät zum Ausgleich in die Maschen, und David Schmidt traf zur Führung. Einen Gegenstoß setzte Gunnar Dietrich an den Pfosten, was Tubic auf der Gegenseite die Gelegenheit gab, zum 27:27 auszugleichen. Patrick Weber agierte nun in einer 5:1-Abwehrformation als Speerspitze und es zeigte sich, dass Hagen Probleme im Kleingruppenspiel offenbarte. Das kam den Eulen zupass: Marco Hauk bugsierte die Kugel zum 28:27 über die Linie und Patrick Weber markierte das 29:27. Das 29:28 ließ Hagen weiter hoffen, aber eine folgende Zeitstrafe für Matthias Aschenbroich nach einem Foul an Gunnar Dietrich nutzten die Rothemden entscheidend aus. Philipp Grimm, Patrick Weber und nochmals Philipp Grimm mit einem Konter stellten die Weichen endgültig auf Sieg.

Machte das 23:23 in Unterzahl: David Schmidt. - Foto: Reis

„Der Schlüssel war die Umstellung auf eine offensive 5:1-Abwehr“, analysierte Chefcoach Ben Matschke in der Pressekonferenz. „Damit wurde Stress ausgeübt auf den Gegner, das gelang uns in der 6:0-Abwehr nicht so.“ Co-Trainer Carsten Hoffmann fand es „schön, dass Marco nochmals längere Zeit spielen durfte. Nico und Stefan haben klasse gespielt, Hut ab für deren Einstellung. Es ging lange hin und her, ehe der Schalter umgelegt werden konnte. Hagen hat gut dagegengehalten und immer dran geglaubt, irgendwie einen Punkt mitnehmen zu können.“ Kapitän Philipp Grimm hatte ein Déjà-vu: „Es war ähnlich wie in Springe, doch dieses Mal haben wir die Kurve gekriegt. Hagen hat einen guten Handball gespielt. Entscheidend war, dass wir in der 5:1-Abwehr Bälle rausgefangen haben.“ Patrick Weber zog letztlich ein positives Fazit: „Es war ein würdiger Abschluss für uns, unsere Fans und für die Spieler, die nach dieser Runde gehen werden. Der Gegner hat uns alles abverlangt. Am Ende war es auch eine Willenssache. Wir wollten unser letztes Heimspiel unbedingt gewinnen, denn das bleibt haften.“

Die Statistik:

TSG Ludwigshafen-Friesenheim: Klier, Peribonio; Grimm (8/4), Claus (1), Dietrich, Lex (7), Kupijai, Hauk (3), Büdel (5), Weber (4), Dippe (1), Slaninka, Schmidt (2), Kastening (1); Trainer: Ben Matschke

VfL Eintracht Hagen: Mahncke, Müller; Kerssenfischer, Tubic (7), Weißbach, Renninger (6), Strohl, Aschenbroich (1), Reinarz (9/6), Ciupinski (2), Prokopec (3/1), Hinkelmann (1), von Boenigk; Trainer: Lars Hepp

SR: Pawel Fratczak (Kamp-Lintfort) & Paulo Ribeiro (Diepholz) ◊ Zuschauer: 1586 ◊ Zeitstrafen (in Min.): 8:8, Hauk (6.), Dippe (10.), Lex (20.), Claus (44.) – Renninger (22.), Prokopec (25.), Strohl (48.), Aschenbroich (57.) ◊ Siebenmeter: 6/4 – 7/7, Grimm scheitert an Mahncke (2., 54.) ◊ Team-Time-out: 20:22, 51:17 – 35:42, 58:15

Spielfilm: 2:2 (6.), 4:4 (10.), 5:7 (12.), 7:8 (17.), 9:11 (21.), 13:12 (25.), 15:15 (HZ) – 18:18 (35.), 19:21 (39.), 22:23 (44.), 24:26 (48.), 28:27 (52.), 30:28 (57.), 32:29 (Ende)