25.08.2011 - Die Rheinpfalz
Mit Volldampf ins nächste Abenteuer
Handball: TSG Friesenheim peilt in der Zweiten Liga vorderen Platz an - Gestern Mannschafts-Präsentation

- Verstärkung für die zweite Liga: Felix Kossler, Steffen Bühler und Ognjen Backovic (von links) mit Maskottchen. FOTO:KUNZ
Mannheim. Mit Volldampf in die neue eingleisige Zweite Liga - so lautet das Motto und der Arbeitsauftrag der TSG Ludwigshafen-Friesenheim, einem der Absteiger aus der Bundesliga. Gestern während der kurzweiligen Mannschafts-Präsentation bei Hauptsponsor Südzucker in Mannheim gab Trainer Thomas König als Ziel aus, einen Platz im vorderen Drittel der Tabelle zu erreichen.
„Wir wollen versuchen, so lange wie möglich an den ersten drei Mannschaften dran zu bleiben”, skizzierte König. Zum Verständnis: Die ersten drei Teams steigen am Ende der Saison in die Bundesliga auf. Die TSG hat gerade ein viertägiges Trainingslager im Nord-Schwarzwald absolviert. „Das Spiel danach gegen Hochdorf hat gezeigt, dass es noch nicht ganz rund läuft. Aber die Mannschaft gibt in jedem Training alles und ist hoch motiviert. Am Ende des ersten Tages im Schwarzwald sind alle freiwillig mit dem Mountain-Bike noch die Berge rauf und runter gefahren", betonte der Trainer. Aus den ersten vier Spielen sechs Punkte holen - das wäre nach Königs Ansicht ein guter Saisonstart. Am Samstag steht zunächst die erste Runde im DHB-Pokal beim LHV Hoyerswerda an.
Große Hoffnungen ruhen auf Neuzugang Ognjen Backovic. „Ich habe ihn mal gefragt, mit wem er zusammengespielt hat. Das waren beispielsweise Siarhei Rutenka, Ivano Balic und Daniel Narcisse. Wenn er von jedem ein bisschen was reinbringt, werden wir von ihm profitieren”, sagte König. Dieses Bonmot kam gut an bei den vielen Gästen. „Ich bin positiv überrascht von dem hohen Niveau bei der TSG. Da sind wirklich große Talente dabei”, meinte Backovic. In den Kader dazu nimmt die TSG auch Sergiu Dumitru, zuletzt für Oftersheim/Schwetzingen am Ball. Noch einmal gewürdigt wurde selbstverständlich Alexander Becker, der erste Handball-Weltmeister der TSG. „Die Junioren-WM war ein Riesenereignis für mich. Den Titel zu holen, das ist ein überragendes Gefühl und man ist einfach nur glücklich danach”, sagte er.
Das Durchschnittsalter der TSG-Auswahl beträgt diese Saison 23,8 Jahre, strich TSG-Geschäftsführer Werner Fischer heraus. Attraktiven, sympathischen und erfolgreichen Handball zu spielen, das hat sich die TSG laut Fischer (erneut) auf die Fahne geschrieben. Friedhelm Jakob, der Vorsitzende des Pfälzer Handball-Verbandes, riet der TSG, nicht nach hinten zu schauen. „Die Mannschaft hat ehrenhaft und aufrechten Ganges die Bundesliga verlassen. Die neue Liga, die ich nach wie vor skeptisch sehe, ist eine große Herausforderung”, unterstrich er. Der Abend in den Räumen von Hauptsponsor Südzucker weckte schon mal die Vorfreude darauf ...
Interview: Torhüter Kevin Klier sieht TSG auf gutem Weg

- Kevin Klier
Herr Klier, wie läuft's? Wie zufrieden sind Sie mit dem Verlauf der Vorbereitung?
Es läuft gut. Ognjen Backovic hat sich schnell integriert. Die Abwehr hat zueinander gefunden. Wir sind auf einem richtig guten Weg.
Inwieweit spielt die Bundesliga, inwieweit spielt der Abstieg noch ein Thema?
Die Bundesliga ist kein Thema mehr. Von daher gibt es auch keine Nachwehen. Das beschäftigt die Mannschaft nicht mehr, wir reden nicht mehr groß darüber. Es war eine schöne Erfahrung für uns. Und für unsere Verhältnisse, denke ich, haben wir auch eine gute Saison gespielt. Nun ist es unsere Aufgabe, sich mit den Gegnern in der eingleisigen Zweiten Liga auseinanderzusetzen.
Was kann die TSG in die Waagschale werfen? Der Umbruch ist sicherlich gravierend, wichtige Spieler wie Pevnov, Dietrich und Dissinger haben den Klub verlassen.
Jeder unserer Spieler hat wieder einen Schritt nach vorne gemacht. Denken Sie nur an Alexander Becker, der mit den Junioren Weltmeister geworden ist. Für uns geht es darum, Stück für Stück weiter zu kommen.
Wo sehen Sie noch Defizite?
Wir müssen die individuellen Fehler und Aussetzer minimieren. Das war in der Bundesliga ein Problem, dass wir fünf, zehn Minuten Aussetzer hatten. Für uns spricht: Wir sind als Mannschaft geschlossen, haben unsere individuelle Stärken.
Sie sind im Moment krank - reicht's für das Pokalspiel am Samstag in Hoyerswerda?
Nein, das ist zu früh für mich, ich nehme Antibiotika. (öpf/Foto: Kunz)













