26.08.2011 - Die Rheinpfalz
„Ich will einmal Bundesliga spielen”
Die neuen bei der TSG (3): Steffen Bühler soll mit seiner Erfahrung den Handball-Zweitligisten Friesenheim führen

- „Wir brauchen uns vor niemandem zu verstecken“, sagt der 26 Jahre alte Steffen Bühler (links). Er spielte von 2004 bis 2009 für die TSG und wechselte dann für zwei Jahre nach Bietigheim. FOTO: KUNZ-MORAY
Steffen Bühler war 19 Jahre alt, als er 2004 vom badischen Regionalligisten SG Heddesheim zur TSG Friesenheim kam. Unter Trainer Rymanow erhielt der junge Bühler dank seiner dynamischen Spielweise gleich zu Beginn viele Spielanteile am Kreis und in der Abwehr. Nach fünf erfolgreichen Jahren zog es den Wirtschaftsingenieur für zwei Jahre zum Ligakonkurrenten SG BBM Bietigheim. Nun kehrte Bühler wieder zur TSG zurück. Der 26 Jahre alte Modellathlet unterschrieb einen Einjahresvertrag.
Herr Bühler, haben Sie sich gleich wieder hier zurecht gefunden?
Auf jeden Fall. Trainer, Betreuer und ein Großteil der Spieler sind mir ja bekannt. Da gab es nach zwei Jahren in Bietigheim kein großes Umgewöhnen. Mein altes und wieder neues Umfeld haben es mir schließlich leicht gemacht.
Was gab letztendlich den Ausschlag für den Wechsel nach Ludwigshafen?
Ich hatte zwar eine superschöne und erfolgreiche Zeit in Bietigheim. Sportlich und persönlich konnte ich mich gut weiterentwickeln. Mitentscheidend waren aber berufliche sowie private Rahmenbedingungen. Der Aufwand mit der vielen Fahrerei war sehr hoch. Ich wohne jetzt mit meiner Freundin in Mutterstadt. Von dort ist der Weg zur Uni Mannheim, wo ich Wirtschaftspädagogik studiere, und zum Training nicht soweit. Das bringt einige Vorteile.
Wie ist aus Ihrer Sicht die Saisonvorbereitung verlaufen?
Auf alle Fälle positiv. Besonders effektiv fand ich das Trainingslager im Schwarzwald. Da haben alle richtig gut mitgezogen. Und man hat gesehen, dass der Teamgeist innerhalb der Mannschaft stimmt. In den Testspielen haben wir phasenweise gegen gute Gegner sehr ordentlichen Handball gespielt. Ich denke, wir können der neuen eingleisigen Zweiten Liga positiv entgegensehen.
Mit 26 Jahren gehören Sie zu den erfahrenen Spielern im Kader. Sehen Sie sich als Führungsspieler innerhalb der Mannschaft?
Wir haben mehrere Führungsspieler im Team. Ich weiß, was Trainer Thomas König von mir erwartet und bin bereit, diese Rolle zu übernehmen. Besonders in der Deckung bin ich mit meiner zentralen Position sehr gefordert. Insgesamt sehe ich uns als echtes Team mit tollen Typen, die auf und neben dem Spielfeld zusammenhalten. Wir haben keinen Star in der Mannschaft. Und das ist auch gut so, weil jeder einzelne Spieler Verantwortung für seine Position trägt.
Körperlich haben Sie gegenüber Ihren Anfangsjahren in Friesenheim zulegen können. Bodybuilder werden Sie aber jetzt nicht?
Ganz bestimmt nicht. Ich gehe wie meine Kollegen regelmäßig ins Fitnessstudio und mache gezieltes Krafttraining. Am Kreis und in der Deckung geht es schon einmal robuster zur Sache. Da muss man natürlich körperlich dagegenhalten. Mein Ziel als junger Spieler war es immer gewesen, körperlich für die Bundesliga zuzulegen. Jetzt bringe ich 105 Kilogramm Körpergewicht bei einer Körperlänge von 1,95 Meter auf die Waage. Wichtig für einen Handballer ist, dass die Schnelligkeit und Beweglichkeit nicht verloren geht. Die Mischung muss passen.
Den neuen TSG-Innenblock der Abwehr bilden Sie zusammen mit Ognjen Backovic. Wie klappt das Zusammenspiel aus Ihrer Sicht?
Ich bin froh, dass wir in Backovic einen so international erfahrenen und abwehrstarken Spieler verpflichten konnten. Die Abstimmung mit ihm und unseren Torleuten klappt immer besser. Auch menschlich passt er in unsere Mannschaft.
Drei Teams steigen am Ende in die Bundesliga auf. Dürfen die Fans der TSG auf eine Rückkehr in das Handball-Oberhaus hoffen? Oder was sind die Saisonziele?
Einerseits haben die Jungs in der Bundesliga viel Erfahrung sammeln können. Andererseits haben wichtige Leistungsträger den Club verlassen. In dieser neuen Liga gibt es noch sehr viel Unbekanntes. Die Teams aus dem Norden sind weitgehend unbekannt. Hinzu kommen die weiten Auswärtsfahrten. Wenn es bei uns rund läuft, brauchen wir uns vor den meisten Teams allerdings nicht zu verstecken. Zu den Favoriten zähle ich Mannschaften wie Minden und Dormagen. Wir wollen attraktiven und erfolgreichen Handball spielen und unsere treuen Fans, gerade zu Hause, begeistern. Mein persönliches Ziel ist immer noch, irgendwann Bundesliga zu spielen.
Interview: Stefan Naumer













