10.04.2012 - Die Rheinpfalz
Von links überrollt
Handball: Philipp Grimm und Ognjen Backovic erzielen 22 der 32 Friesenheimer Tore gegen Saarlouis. Die Pfälzer gewinnen 32:29 gegen die Saarländer, müssen aber zwischenzeitlich um den Erfolg bangen. Die Gala-Vorstellung von Grimm und Backovic deutete sich aber schon in Neuhausen an.

- Kevin Klier, Torwart der TSG Friesenheim, trug mit drei Paraden in fünf Minuten zum umkämpften Sieg gegen Saarlouis entscheidend bei. FOTO: KUNZ-HARTMANN
Ludwigshafen. Das war eine ganz schön linke Tour. 37 der 61 Tore am Samstag fielen von der linken Seite im Spiel der zweiten Handball-Bundesliga zwischen der TSG Friesenheim und der HG Saarlouis. Die Begegnung gewann die TSG mit 32:29 (16:15, RHEINPFALZ am SONNTAG berichtete).
Das Rennen dabei machte ganz klar die TSG. Linksaußen Philipp Grimm und Ognjen Backovic, linker Rückraumspieler der Pfälzer, erzielten zusammen 22 Tore. Sowohl Grimm als auch Backovic trafen elfmal. Bei Saarlouis war Linksaußen Dirk Holzner nicht zu stoppen. 13 Tore markierte er, zwei steuerte Daniel Fontaine aus dem linken Rückraum bei. Holzner war der beste Werfer auf dem Feld.
„So kann es bleiben”, sagte Philipp Grimm. Noch nie haben er und Ognjen Backovic so gut zusammengespielt. Zwar deutete sich zuletzt bei der 31:34-Niederlage in Neuhausen die gute Harmonie an, doch bei den Schwaben traf Grimm zwölf Mal, Backovic fünfmal. „In Neuhausen hat mich Backovic mehrmals gut ins Szene gesetzt, aber gegen Saarlouis hat er sich einiges zugetraut und gut getroffen”, freute sich Grimm.
Das Zusammenspiel funktionierte zeitweise blind. Zwar stockte die Tormaschinerie der TSG zwischenzeitlich, doch im entscheidenden Moment lief sie wieder rund. Saarlouis lag zeitweise schon mit sechs Toren zurück, kämpfte sich aber bis zu 45. Minute auf ein 22:22 heran.
Warum es auf einmal so prächtig klappte zwischen Grimm und Backovic, wussten beide nicht zu erklären. „Ich habe keinen Prüfungsstress mehr”, meinte Grimm. Der 27 Jahre alte Mechatroniker hat vor wenigen Wochen seine Prüfungen bestanden und absolviert gegenwärtig ein Praxissemester bei Daimler in Mannheim. „Dort wird eine neue Fertigungslinie für einen LKW-Motor gebaut. Der geht 2013 in Serie. Da helfe ich unter anderem bei der Optimierung mit”, erläutert Grimm. Die Vertragsverlängerung vor Kurzem bei der TSG spiele keine Rolle. „Ich hatte nie die Befürchtung, dass die TSG nicht mit mir verlängern möchte”, sagte Grimm, „ich verspürte da keinen Druck wie vielleicht Ognjen.”
Backovic hat seinen Kontrakt - wie Grimm - vor wenigen Wochen um ein Jahr verlängert. „Das war eine Erleichterung. Das spielt sicherlich eine Rolle, warum ich gegen Saarlouis so getroffen habe”, meinte Backovic. Zusammen mit Frau und Kindern wohnt er in Frankenthal. Jedenfalls hat der Slowene noch nie so viele Tore für die TSG Friesenheim in einem Spiel erzielt. „In meiner Jugend habe ich einmal 16 Tore in einer Partie geworfen”, erinnert sich Backovic. Gegen Saarlouis am Samstag gelangen dem Vize-Europameister von 2004 einige einfache Treffer. Die waren wichtig, weil sie zum einen zeigten, dass es doch noch möglich ist, einfache Tore zu erzielen. Das ist ein Manko der TSG in der Saison. Zum anderen steigerte jeder Treffer das Selbstbewusstsein von Backovic. Mit 108 Toren ist er nach Grimm (163) der zweitbeste Werfer der Friesenheimer. Bei der TSG heißt es derzeit „links vor rechts.”













