25.05.2012 - Pressestelle TSG Ludwigshafen-Friesenheim
Porträt DHC Rheinland
(ste) Das letzte Heimspiel der ersten Saison der eingleisigen zweiten Bundesliga bestreiten die Eulen gegen einen Mitabsteiger aus der TOYOTA Handball-Bundesliga, der bereits zum zweiten Mal innerhalb fast eines Jahres Insolvenz anmelden musste. Der DHC Rheinland sorgte bereits in der vergangenen Saison für einigen Unmut in Reihen der Eulen, als Anfang 2011 die Spielbetriebs-GmbH des DHC Insolvenz anmelden musste und der Spielbetrieb für den Rest der Saison nur vage als gesichert galt. Immer wieder gab es Meldungen, dass die Rheinländer die Saison nicht zu Ende spielen können, doch zu guter Letzt konnte auch durch das dreimonatige Insolvenzgeld die Finanzlücke geschlossen und der Spielbetrieb gesichert werden. Die eigentlich schon verweigerte Lizenz für die Zweite Bundesliga wurde aufgrund einer Schiedsgerichtsentscheidung und der Auflösung des Insolvenzverfahrens Anfang Juni erteilt, so dass der DHC trotz eines Abzugs von acht Punkten einen Neustart in der eingleisigen zweiten Bundesliga wagen konnte. Die erneute Insolvenz des DHC bedeutet nun den zweiten Zwangsabstieg in Folge und die endgültige Auflösung des DHC Rheinland.
Zukünftig wird Handball in Dormagen wieder unter dem Dach des TSV Bayer Dormagen geboten, unter dem die eigentlich recht erfolgreiche Historie des DHC begann. 1949 gründete sich die Handballabteilung des Werksvereins, die mit dem Aufstieg in die Erstklassigkeit 1987 die erfolgreichste Zeit des Dormagener Handballs einläutete. Neben den Finalteilnahmen im DHB-Pokal in den Jahren 1990 und 1991 war man in der Saison 1992/1993 im Finale des IHF-Pokals und 1993/1994 im Halbfinale des Europapokals der Pokalsieger vertreten. Zu einem Titelgewinn sollte es indes nicht reichen. In den folgenden Jahren verpasste man den Anschluss an die vorderen Tabellenplätze und man musste im Jahr 1998 den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Das Gastspiel in der zweiten Liga dauerte jedoch nur ein Jahr, doch an den Erfolg der vergangenen Jahre konnte man nach dem Wiederaufstieg nicht mehr anknüpfen. Im Jahr 2001 folgte der erneute Abstieg, der aufgrund finanzieller Problem gar in einem freiwilligen Rückzug in die Drittklassigkeit gipfelte. Mit einem neu installierten Jugendkonzept und einer neuen Mannschaft schafften die Dormagener Handballer umgehend und verlustpunktfrei den Aufstieg von der Regionalliga in die zweite Bundesliga. Nach anfänglichen Schwierigkeiten etablierte man sich schnell im deutschen Unterhaus und belegte regelmäßig Spitzenpositionen. Im Jahr 2008 gelang den Rheinländer die Rückkehr in die erste Bundesliga, die allerdings vom Rückzug des Hauptsponsors und Namensgebers Bayer überschattet wurde. Der Dormagener Handball musste sich strukturell und finanziell komplett neu ordnen und als TSV Dormagen schaffte man zwei Mal den Klassenerhalt in der Eliteliga. Ein finanzieller Engpass zu Ende der Saison 2009/2010 wurde nochmals durch den ehemaligen Hauptsponsor Bayer getilgt, der sich anschließend komplett vom Profihandball zurückzog und nur noch den Jugendhandball unterstützt. Aus dem TSV Dormagen wurde der Dormagener Handball-Club Rheinland, doch der neue Name änderte nichts an den finanziellen Problemen der Rheinländer, die letztendlich zum Zwangsabstieg in die zweite Bundesliga zu Ende der letzten Saison führten.
Unter dem neuen Trainer Richard Ratka, Kai Wandschneider verließ den Verein nach zehn Jahren, und einer runderneuerten Mannschaft wollte der DHC in dieser Saison den Punkteabzug schnell wettmachen und sich in der Liga etablieren. In den ersten acht Spielen der Saison gelang dies glänzend, als sieben Siegen nur eine Niederlage entgegenstand. Zahlreiche Verletzungen beförderten das Team bis zum Jahresende allerdings schnell in Abstiegsregionen, die im Januar durch die Verpflichtungen von Michael Hegemann und Mathias Lenz von der HSG Düsseldorf, mit der man in der kommenden Saison fusionieren wollte, wieder verlassen werden sollten. Aber spätestens nachdem der DHC Anfang März erneut Insolvenz anmeldete, Geschäftsführer Heinz Lieven wollte „die finanzielle Situation - wie in der Vergangenheit - nicht weiter privat auffangen“, war der erneute Gang in die Drittklassigkeit beschlossen. In der kommenden Saison wird wieder der TSV Bayer Dormagen für Handball in Dormagen stehen und in der 3. Liga an den Start gehen. Dann erneut mit einem neuen Team, einem neuen Trainer und vielleicht einer soliden finanziellen Zukunft.
Transfers
Gekommen:
David Breuer (TV Korschenbroich), Björgvin Hólmgeirsson (Haukar Hafnarfjördur/ISL), Jendrik Meyer (TSV Hannover-Burgdorf), Ondrej Zdráhala (TM Tønder Håndbold/DEN), Bastien Arnaud (USAM Nîmes/FRA), Alexander Kübler (SC Magdeburg II), Andrej Petro (KKC Kecskemét/HUN), Michael Hegemann, Mathias Lenz (beide HSG Düsseldorf), Johannes Clausing, Daniel Mestrum, Dennis Szczesny, Simon Ernst, Max-Henri Herrmann, Matthias Jan Broy (alle TSV Bayer Dormagen)
Gegangen:
Fabian Böhm (Bergischer HC), Maciej Dmytruszynski (Eintracht Hagen), Max Holst (TV Großwallstadt), Marko Krsmancic (HC Alpla Hard/AUT), Hannes Lindt (TUSEM Essen), Kentin Mahé (VfL Gummersbach), Oliver Tesch (TG Münden), Jens Vortmann (GWD Minden), Daniel Wernig (TSG Münster), Daniel Schlingmann (HSG Düsseldorf), Sebastian Linder, Jan-Olaf Immel (beide Karriereende),
Der Trainer
Richard Ratka (geb. 26.11.1963), seit 2011 Trainer des DHC Rheinland
Internet
www.dhc-rheinland.de















