03.06.2012 - Pressestelle TSG Ludwigshafen-Friesenheim
Es war alles möglich - am Ende punkten die Eulen einfach
(gek) Die erste Saison in der eingleisigen zweiten Bundesliga begann für die Handballer der TSG Ludwigshafen-Friesenheim mit einem 29:28-Sieg in Düsseldorf und endete mit einem 30:30 in Bittenfeld. Der Punktgewinn war hoch verdient, lag die spielerisch bessere Auswahl von Thomas König doch 50 Minuten lang, bis auf zwei Gleichstände, stets in Führung. In den Schlussminuten freilich kippte das Match und scheinbar waren die "Wild Boys" drauf und dran, ihren fünften Heimsieg nach der Winterpause einzufahren. In den finalen 92 Sekunden egalisierte jedoch Philipp Grimm durch zwei Strafwürfe einen 2-Tore-Rückstand, wobei das letzte Goal quasi mit der Schlusssirene fiel. Erstmals trennten sich die beiden Konkurrenten in einer Saison gleich zweimal die Punkte, war doch das Hinspiel 27:27 ausgegangen. Beide Teams, die TSG auf Platz 11 und Bittenfeld auf Rang 14, gehen somit mit einem Erfolgserlebnis in den wohlverdienten Urlaub.
"Wir haben uns ganz fest vorgenommen, noch einmal zwei Punkte zu holen", sagte Bittenfelds Coach Trainer Günter Schweikardt im Vorfeld der Partie. Für den TVB ging mit dem letzten Auftritt in der Gemeindehalle eine Ära zu Ende. Ein neues Kapitel der Waiblinger Vorstädter wird ab der kommenden Runde mit den Spielen in der SCHARRena aufgeschlagen, der neuen Heimstätte im Stuttgarter Stadtteil in Bad Cannstatt.
Die TSG war nicht bereit, Gastgeschenke zu verteilen. Schnell lagen die Pfälzer vorne, führten nach drei Minuten mit 3:1 und 6:2 in der 9. Minute. Das König-Team agierte mit viel Tempo, Bittenfeld begann hingegen mit großer Nervosität und wirkte verunsichert. Dominik Weiß verlor zweimal die Kugel, sein Kollege Thorsten Salzer einmal und Tobias Schimmelbauer jagte den Ball übers Tor. Die Rothemden spielten konzentriert und zielstrebig und sorgten bis zur 17. Minute dafür, dass die Blau-Weißen bereits ihren dritten Torwart im Kasten stehen hatten. Nach gut 23 Minuten lagen die Eulen mit 14:10 vorne, doch der TVB fightete und hatte mit Alexander Heib, der in der 12. Minute auf die Platte gekommen war, einen quirligen Mann in seinen Reihen, der der TSG-Defensive immer wieder Probleme bereitete. Bittenfeld schaffte durch den starken Adrian Wehner den Anschluss (13:14, 27.) und Tobias Schimmelbauer sorgte für den ersten Gleichstand (15:15, 29.). Dass die König-Fraktion mit einem Torevorteil in die Pause ging, lag an Jan Claussen, der den letzten Treffer in der ersten Hälfte markierte.
Die Friesenheimer begannen den zweiten Durchgang furios. Alexander Becker, assistiert von Jan Claussen, Marco Hauk an alter Wirkungsstätte und Philipp Grimm, ebenfalls per Konter, legten binnen zwei Minuten mit drei Toren nach. Alexander Heib verkürzte auf 16:19, und dann eine Schrecksekunde, als sich Keeper Daniel Sdunek bei einer Parade am Knie verletzte, Felix Schmidl kehrte daraufhin zwischen die Pfosten zurück. Alexander Becker überwand ihn, Philipp Grimm ebenso und die TSG führte mit fünf Toren. Wie schnell es im Handball zu Ergebniskorrekturen kommen kann, zeigten die nächsten Minuten. Erst wird Marco Hauk zurückgepfiffen, dann scheiterte Alex Becker an Felix Schmidl, Ognjen Backovič traf nur das Gebälk und ein späterer Fehlpass des Slowenen hatten zur Folge, dass Bittenfeld in der 42. Minute wieder an den Rothemden dran war (20:21). Das Match wurde nun umkämpfter, bissiger und es blieb vor allem eines - spannend. Die Eulen konnten sich in der Folge nicht absetzen und mussten durch Martin Kienzle, dessen Wurf in den Torwinkel einschlug, den zweiten Gleichstand hinnehmen (49.). Unter dem Jubel ihres Anhangs ging die TVB-Crew durch Adrian Wehner erstmals in Front. Diese Führung hielt nicht lange, weil Philipp Grimm einen sehenswerten Leger auf Lager hatte. Simon Baumgarten und Arnor Gunnarsson trafen, Nils Brandt und Alexander Becker glichen aus. Dann wurde Christian Klimek nach einer Attacke gegen Adrian Wehner disqualifiziert und noch waren dreieinhalb Minuten zu absolvieren. Diesen numerischen Vorteil nutzte Bittenfeld zur 2-Tore-Führung, weil Philipp Grimm mit einem Siebenmeter an Gregor Lorger gescheitert war. Doch der Torjäger der Eulen zeigte beim nächsten Strafwurf keine Nerven und verkürzte. Den letzten Angriff der Hausherren schloss Arnor Gunnarsson mit einem Wurf ins Toraus ab und die TSG bekam einen weiteren Siebenmeter zugesprochen, den Philipp Grimm eiskalt zum Ausgleich unterbrachte.
"Wir haben im Angriff ganz gut gespielt", resümierte Alex Becker, der scheidende Kreisläufer, der einen starken Auftritt hatte. "In der Abwehr aber sind wir immer wieder zu offen gestanden und nicht im Verbund. Das Spiel hätten wir gewinnen können, am Ende aber waren wir mit dem Remis noch gut bedient. Alles in allem war das von unserer Seite nochmals eine passable Leistung zum Rundenabschluss." Marco Hauk, wie Alexander Becker sechsfacher Torschütze, bilanzierte: "Das Remis ist okay. Wir haben es im Spielverlauf nicht geschafft, uns entscheidend abzusetzen. Es war kämpferisch sehr anstrengend und ich bin froh, dass wir ohne weitere Verletzungen durch sind." Torwart Kevin Klier fand: "Das war ein schöner Abschluss. Im Spielverlauf hat man gemerkt, dass heute alte Rivalen aufeinandergetroffen sind, da kam richtig Feuer in die Partie." Und der verletzte und in der Reha weiter Fortschritte machende Felix Kossler bemerkte: "Wir waren klar besser. Zeitstrafen haben dafür gesorgt, dass wir nicht davongezogen sind."
Die Spieler haben nach ihrer letzten Etappe nun vier Wochen Pause, ehe es Anfang Juli schon wieder weitergeht mit der Vorbereitung auf die nächste Spielzeit. Am kommenden Freitag wird ein Teil des Teams auf Ibiza die Runde abschließen. Viel Spaß dabei!
Die Statistik:
TV Bittenfeld: Lorger, Schmidl, Sdunek; Schimmelbauer (1), Kienzle (2), Weiß (1), Schweikardt (1), Gunnarsson (9/7), Heib (4), Baumgarten (5), Wehner (7), Seiz, Salzer; Trainer: Günter Schweikardt
TSG Ludwigshafen-Friesenheim: Klier, Bender; Dumitru, Grimm (9/2), Backovič (4), Klee, Brandt (3), Hauk (6), Claussen (2), Becker (6), Schwenzer, Klimek; Trainer: Thomas König
SR: Christopher Biaesch (Bad Soden) & Frank Sattler (Oberursel) ◊ Zuschauer: 950 ◊ Zeitstrafen (in Min.): 4:8, Schimmelbauer (60.), Schweikardt (60.) – Becker (8. und 14.), Backovič (24.) ◊ Rote Karte: Klimek (57.), ◊ Siebenmeter: 7/7 : 4/3, Grimm verliert das Duell gegen Lorger (59.) ◊ Team-Time-out: 29:33 und 55:30 – 54:08
Spielfilm: 1:4 (6.), 4:8 (11.), 8:11 (17.), 11:14 (24.), 13:15 (27.) 15:16 (HZ) – 15:19 (32.), 19:21 (40.), 22:23 (47.), 25:24 (51.), 27:27 (57.), 30:30 (Ende)
















