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08.02.2010 - Die Rheinpfalz
Endlich wieder spitze

Handball: TSG Friesenheim nach Sieg gegen Saarlouis abermals Tabellenführer der Zweiten Bundesliga Süd

Ludwigshafen. Die TSG Friesenheim ist wieder Tabellenführer der zweiten Handball-Bundesliga Süd. Das war die Mannschaft schon drei Mal in dieser Saison. Der 35:27 (16:13)-Erfolg gegen Saarlouis vor 1360 Zuschauern in der Eberthalle kam einfacher zustande als erwartet - dank eines tollen Trios.

Die Widerspenstigkeit von Evgeni Pevnov zahlte sich aus. Der russische Handball-Nationalspieler der TSG Friesenheim war früh im Spiel umgeknickt und hatte sich den linken Knöchel geprellt. Mannschaftsarzt Andreas Kuhn hatte dem 20 Jahre alten Pevnov zweimal geraten, nicht weiterzuspielen. Der Kreisläufer ignorierte den ärztlichen Rat, ließ sich in der Halbzeitpause den Fuß gut bandagieren, schluckte eine Schmerztablette und war einer der Garanten des neuerlichen Heimsieges der TSG Friesenheim. Pevnov erzielte sieben Tore und war mit Gunnar Dietrich (7) und Benjamin Matschke (7) der erfolgreichste TSG-Werfer.

Die körperliche Tortur war für Pevnov nichts Neues. Der Modellathlet ist es gewohnt, bis an die körperlichen

Evgeni Pevnov nahm gestern einige Schmerzen in Kauf, um die TSG Friesenheim zum Sieg gegen Saarlouis zu werfen. Dabei hatte der Mannschaftsarzt dem Kreisläufer geraten, nicht weiterzuspielen. FOTO:KUNZ
Grenzen zu gehen. Beim mehrwöchigen Trainingslager der russischen Handball-Nationalmannschaft vor der Europameisterschaft wurden die Spieler der Eliteauswahl hart rangenommen, erzählte Pevnov. Das sei schon bis zur totalen Erschöpfung gegangen. Gegen Saarlouis gestern kamen Pevnov solche schmerzlichen Erfahrung zugute. „Wir haben gewonnen, da nimmt man diese Schmerzen in Kauf", sagte er.

Solches Leid widerfuhr Gunnar Dietrich nicht. Der mit 2,03 Meter längste Spieler im Team der TSG Friesenheim kam ohne eine Verletzung und Schmerzen durch das Spiel. Dietrich steigerte sich zusehends und war zusammen mit Pevnov und Torwart Kevin Klier der beste Friesenheimer Spieler. „Es war wichtig, dass wir dieses Spiel gewonnen haben", sagte Dietrich, „denn wir hatten keine optimale Vorbereitung, da viele Spieler verletzt oder nicht da waren." Die Mannschaft habe daher vor dem ersten Spiel nach der EM-Pause gegen Saarlouis nicht gewusst, was auf sie zukomme.

Diese Ungewissheit war schnell vorüber. In der 18. Minute führte die TSG erstmals und baute den Vorsprung kontinuierlich aus. Das lag daran, dass die Abwehr sich steigerte und Torwart Kevin Klier wichtige Bälle klasse parierte.

Die TSG Friesenheim ist nach dem Erfolg gegen Saarlouis wieder Tabellenführer. Das ist aber keine ungewohnte Position für die TSG. Denn schon am vierten, fünften und sechsten Spieltag stand Friesenheim diese Runde auf dem ersten Platz. Vom siebten Spieltag an war die Mannschaft Zweiter - bis gestern. „Dadurch ist der Druck nicht größer", sagten Dietrich und Pevnov. Denn, ergänzte Trainer König: „Unser Ziel ist es nicht aufzusteigen, aber wir wollen so lange wie möglich da oben bleiben."

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