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„Das Gefüge ist unsere große Stärke"
Interview: Thomas König, Trainer der TSG Friesenheim, über die
Aufstiegschancen in die Handball-Bundesliga
Ludwigshafen. Elf Spieltage vor Schluss
führt Handball-Zweitligist TSG Friesenheim die Tabelle mit sechs
Minuspunkten Vorsprung an. Udo Schöpfer lotete im Gespräch mit Trainer
Thomas König aus, wie groß die Aufstiegschancen sind.
Herr König, der Blick auf die Tabelle
macht Spaß, Bittenfeld spielte unentschieden gegen den Bergischen HC, genau
wie von Ihnen gewünscht ...
Vom Tabellenbild her sieht es recht gut aus. Es spricht für uns, dass
wir mit 37:9 Zählern und sechs Minuspunkten Vorsprung an der Spitze stehen.
Elf Spieltage vor Schluss ist es auch richtig zu sagen, jawohl, wir wollen
aufsteigen. Alles andere wäre falsch. Das ist eine bewusste Aussage, an der
wir gemessen werden.
Was kann jetzt noch passieren?
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Lebt mit seiner Mannschaft: TSG-Trainer Thomas König. FOTO:KUNZ |
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Es kommen noch elf Mannschaften,
die uns den Aufstieg streitig machen wollen. Wir sind bisher gut damit
gefahren, die Aufgaben von Spieltag zu Spieltag zu lösen. Wir können vom
Aufstieg träumen. Die Mannschaft wird alles dafür tun, dass wir das auch
schaffen. Aber: Kein Spiel wird ein Selbstläufer. Es gibt kein Spiel, in dem
ich mich auf die Bank setzen kann und sagen: Das gewinnen wir. Der Letzte
Leichlingen hat gegen Hüttenberg gepunktet, Aue hat Bittenfeld geschlagen,
Essen lag beim Bergischen HC 20:18 vorne. Drei Beispiele für die
Ausgeglichenheit der Liga.
Was für die Mannschaft spricht: Sie ist
erstaunlich konstant.
Ja, sie ist sehr stabil, trotz der
schlechten Vorbereitung im Januar. Da hatte ich schon ein bisschen Bauchweh.
Der Sieg in Aue hätte sogar noch höher ausfallen können, auch die
Bietigheimer Spieler haben gesagt, dass sie mit der Niederlage gut bedient
waren.
Wieso ist Ihre Mannschaft trotz der
Verluste von Steffen Bühler, Uli Spettmann und Sebastian Roth so stark?
Unser großes Plus sind die Jungen.
Sie sind Spieler, die schon einen gehörigen Schuss Erfahrung mitbringen und
zudem eine niedrige Fehlerquote haben. Nehmen wir Gunnar Dietrich, für mich
derzeit eine der tragenden Säulen: Er ist 24 Jahre alt, hat aber schon vier,
fünf Jahre Bundesliga- und Zweitliga-Handball absolviert. Kevin Klier ist in
Top-Form.
Und die Mannschaft hat es in dieser
Saison verstanden, mit Verletzungen umzugehen.
Genau. Wir haben auch quantitativ
einen guten Kader. Nach den Top-Sieben fällt keiner ab. Gabor Ancsin legte
zu, als Mindaugas Veta sich verletzt hatte, Thomas Zellmer spielt gut für
Jan-Lars Gaubatz, Niklas Ruß ist da, wenn Philipp Grimm eine Pause braucht.
Frank Müller ersetzt Benjamin Matschke.
Wie fit wäre die TSG Friesenheim für die
Anforderung Bundesliga?
Ich sage Ihnen offen und ehrlich,
dass ich mir darüber keine Meinung bilden kann. Das gehört in den Bereich
der Geschäftsleitung und des Managements. Es gibt die Aussage, dass man das
im Griff hätte. Wenn es denn soweit ist, werden wir darüber sprechen. Ich
für meinen Teil verwende meine ganze Energie auf die Mannschaft und die
Vorbereitung der Spiele.
Auch, was genau auf die TSG zukommen
würde ...
... ist für mich noch kein Thema.
Das ist Zukunftsmusik. Ich tue als Trainer alles dafür, dass wir es
schaffen. Das ist der Ist-Zustand.
In der Rückschau: Wäre der Aufstieg im
vergangenen Jahr, der in der Relegation gegen die TSV Hannover-Burgdorf in
letzter Sekunde verspielt wurde, zu früh gekommen?
Mit Sicherheit hätten wir dieses
Jahr die bessere Grundlage. Wenn wir aber den Sprung verpassen, dann wäre im
vergangenen Jahr der Aufstieg besser gewesen ...
Wie viele Punkte kann die Mannschaft
Ihrer Meinung noch abgeben, wie viele Spiele kann sie verlieren?
Zwei Spiele kann sie noch
verlieren. Die Spiele in der Friedrich-Ebert-Halle gegen den TV Hüttenberg
und den Bergischen HC sind sicher Vier-Punkte-Spiele.
Nils Brandt hat verlängert, fehlt noch
Frank Müller. Wie sieht es da aus?
Wir wollen mit ihm verlängern. Und
Stephan Pfeiffer wird uns als Torhüter erhalten bleiben. Er unterstützt die
Jungen.
Das heißt, sie gehen im Grunde mit dem
aktuellen Kader in die nächste Saison?
Ja, so ist es.
Holen Sie noch einen Spieler?
Wir machen uns Gedanken. Es muss
ein Spieler sein, der uns weiter hilft. Vielleicht finden sich ja weitere
Sponsoren, falls wir aufsteigen. Es darf aber nur ein Spieler sein, der
unser Gefüge nicht durcheinander bringt. Denn das Gefüge ist unsere große
Stärke.
Wie geht die Mannschaft mit der
Situation um? Träumt sie schon vom Spiel in der Kieler Ostsee-Halle?
Die Mannschaft konzentriert sich
auch auf die tägliche Arbeit. Wir gehen mit viel Selbstvertrauen und ohne
allzu großen Druck in das letzte Saisondrittel. Man sieht in der Bundesliga,
was möglich ist. Da verliert der HSV gegen Gummersbach, Kiel in Balingen.
Wir haben eine gute Ausgangsposition, wären aber nicht am Boden zerstört,
wenn es nicht klappt. |