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Neuhausen - Friesenheim
32:23 - Gaugisch-Schützlinge zeigen enorm viel Biss und Entschlossenheit
TVN-Hexer Milos Slaby
NEUHAUSEN. Wenn Torhüter Milos Slaby in
Fahrt ist, fühlt er sich in der Hofbühlhalle für fast alles und jeden
zuständig. Der Torhüter des Handball-Zweitligisten TV Neuhausen zeigte beim
32:23 (15:11)-Triumph über den Spitzenreiter und designierten
Bundesliga-Aufsteiger TSG Friesenheim eine überragende Leistung. Slaby
wehrte insgesamt 22 schwere Bälle ab und brachte die Friesenheimer Angreifer
zur Verzweiflung, bestellte bei einem der Schiedsrichter eine
Boden-Wischerin, gab nebenher seinen Mitspielern Ratschläge mit auf den Weg
und diskutierte mit Friesenheimer Fans - der Hexer im TVN-Gehäuse stand am
Samstag vor 1 350 Zuschauern im Mittelpunkt des Geschehens.
»Wir waren als Mannschaft brutal stark«,
stellte Neuhausens bester Torschütze Christian Dürner fest - und fügte
hinzu: »Außerdem hatten wir einen guten Torhüter.« Friesenheims Trainer
Thomas König bemängelte bei seiner Truppe die »einfachen technischen
Fehler«. Außerdem habe Slaby »hervorragend gehalten«.
Oberstes Zweitliga-Niveau
Die Auseinandersetzung zwischen dem
forschen Neuling TV Neuhausen, der weiterhin auf dem mehr als respektablen
sechsten Platz liegt, und dem Vorjahres-Vize und derzeitigen Tabellenführer
TSG Friesenheim bewegte sich auf dem obersten Zweitliga-Niveau, hatte Rasse
und Klasse. So schwärmte beispielsweise Holger Janko, einst ein
Leistungsträger der Ermstäler: »So ein gutes Spiel habe ich hier noch nie
gesehen.«
Es war von der ersten Minute an zu spüren,
dass die Schützlinge von Trainer Markus Gaugisch alles wollten - nur nicht
die dritte Niederlage in Folge. Der TVN agierte mit enorm viel Biss und
Entschlossenheit und setzte auch spielerische Farbtupfer. »Das war unser
Erfolgsgeheimnis in diesem Spiel - alle haben Akzente gesetzt«, lobte
Gaugisch sein Ensemble. Aleksandar Stevic und Fabian Gutbrod brachten
Neuhausen mit 2:0 in Führung. Apropos Gutbrod: Bei dem Junioren-Weltmeister
haben die Verantwortlichen des TVN mit dem Erstligisten Frisch Auf Göppingen
zwischenzeitlich alle Details geklärt. Im Klartext: Gutbrod erhält auch in
der nächsten Saison das Erstspielrecht für Neuhausen.
Matschke zuversichtlich
Bis zum 7:7 (15. Minute) ging es hin und
her, ehe die Hausherren über 10:7 (17.) und 13:8 (24.) bis zur Pause einen
15:11-Vorsprung herauswarfen. Kurz nach Wiederanpfiff markierte der
russische Nationalspieler in Friesenheimer Diensten, Evgeni Pevnov, das
zwölfte Tor für seine Farben. Die Antwort der Gastgeber: Die Flügelzange
Marcel Schiller und Alexander Trost sorgte für eine 17:12-Führung (36.).
Danach kamen die »Eulen« nicht mehr näher
als auf vier Tore heran, wenn es auch einige knifflige Situationen gab. In
denen war aber stets Slaby zur Stelle. Beispielsweise in der 42. Minute, als
der 38-jährige Ex-Balinger innerhalb weniger Sekunden eine »Freie« von
Pevnov und einen Siebenmeter von Benjamin Matschke entschärfte. Der ungemein
dynamische Ex-Pfullinger Matschke zeigte eine starke Leistung und war mit
acht Erfolgen bester Werfer seiner Truppe. »Ich bin trotz dieser Niederlage
sicher, dass wir es packen«, kommentierte Matschke den Meisterschaftskampf.
In der Schlussphase trug sich bei Neuhausen
- wie bereits vor Wochenfrist bei der 31:32-Niederlage in Saarlouis - der
A-Jugendliche Dominik Eisele drei Mal in die Trefferliste ein. »Zurzeit
läuft es richtig gut«, strahlte Eisele über beide Backen. Mit einem Lächeln
im Gesicht lief auch der TVN-Hexer Milos Slaby durch die Halle und sagte:
»Es war mal wieder Zeit für eine gute Leistung, nachdem es in den letzten
Spielen bei mir nicht so gut lief«. (GEA) |