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TV Hüttenberg kann TSG Friesenheim nicht aufhalten
"Eulen" nach Sieg im Spitzenspiel auf dem
Weg in 1. Bundesliga - TVH von Beginn an zurück
FRIESENHEIM/GIESSEN (hwt). Der TV
Hüttenberg hat das richtungsweisende Spitzenspiel der 2. Handball-Bundesliga
Süd verloren. Beim deutlichen 35:27 (19:11)-Sieg von Spitzenreiter TSG
Friesenheim hatte der TVH von der ersten Minute an keine Chance, um dem
Aufstiegsaspiranten Nummer eins aus Ludwigshafen entscheidend Paroli zu
bieten. Schon nach 19 Minuten war die Partie beim 13:5 für die gastgebende
TSG vorentschieden, die "Eulen" bogen mit dem Heimerfolg hochverdient auf
den Weg zur ersten Bundesliga ein.
In der Nachholpartie des 28. Spieltages
verzeichnete die TSG mit der schnellen 3:0-Führung (3.) den wesentlich
besseren Start. Die Gastgeber von Trainer Thomas König legten offensiv los
wie die oft zitierte Feuerwehr, nach nur elf Minuten hatte es im Kasten von
Hüttenbergs Torwart Matthias Ritschel bereits acht Mal geklingelt (8:4).
"Ein guter Start hätte uns sicherlich in die Karten gespielt, doch waren die
Gastgeber unglaublich heiß, das hat uns ein wenig gefehlt", so TVH-Trainer
Jan Gorr.
Auch von einer Auszeit (12.) der Gäste
zeigte sich Friesenheim unbeeindruckt. "Wir wollten in der Deckung enger
stehen und im Angriff mehr spielen, aber das hat nicht geklappt. Friesenheim
zeigte sich von der deftigen Niederlage am letzten Spieltag völlig
unbeeindruckt und hat seine Stärken eingebracht. Eine tolle 6:0-Abwehr mit
einem klasse Kevin Klier dahinter, konsequentes Angriffsspiel über den
Kreis, die TSG hat ihre Stärken traumwandlerisch sicher eingebracht",
analysierte Hüttenbergs Trainer.
TSG Friesenheim - TV Hüttenberg 35:27
Die erwähnte Defensive nahm den
Gäste-Rückraum bis auf einen Treffer von Tomek Jezewski nicht nur in der
ersten Viertelstunde äußerst effektiv aus dem Spiel. Als Andreas Lex für
zwei Minuten auf die Strafbank geschickt wurde, trafen Gabor Ancsin,
Benjamin Matschke und Linksaußen Philipp Grimm mit seinem vierten Tor zum
deutlichen 13:5 (19.).
In der Abwehr ohne die notwendige
Aggressivität, im Angriff ohne zwingende Durchschlagskraft aus der zweiten
Reihe, taumelte der TVH dem seit 15 Spieltagen unangefochtenen
Tabellenführer mehr hinterher, als sein Konzept ruhig, konzentriert und
erfolgreich auf die Platte zu bringen. Zumindest verkürzte Florian Billek
nach einem Fehlwurf vom Siebenmeterpunkt von gleicher Stelle zum 17:11
(18.), um nur 60 Sekunden später wieder einen Strafwurf abzuschenken. "Wir
haben die Deckung nicht mit der notwendigen Qualität gespielt und im Angriff
zu oft zu früh den Abschluss gesucht. Wenn wir dann mal frei waren, hat uns
Klier viele Bälle weggenommen. Wir haben unsere Grenzen heute insgesamt
nicht erreicht. Wir haben nicht die Athletik und Physis wie die TSG, so
haben wir dann keine Chance", meinte der TVH-Coach. Mit dem
19:11-Pausenstand legten die Hausherren bereits den Grundstein zum
Heimerfolg.
TVH-Rechtsaußen Billek blieb auch nach dem
Wechsel der beste Torschütze für die Mittelhessen und markierte mit seinem
siebten Tor das 23:16 (38.), doch scheiterte Sven Pausch bei doppelter
Überzahl wenig später wiederum per Siebenmeter. Matschke erhöhte zur ersten
Zehntoreführung für die Gastgeber (34:24, 55.), Hüttenberg fehlte über die
gesamte Spielzeit die einfachen Tore aus dem Rückraum - dazu kamen vier
vergebene Strafwürfe -, um der Partie noch eine entscheidende Wendung zu
verleihen. Nach dem letzten vergebenen Strafwurf von Billek mit dem
Schlusspfiff stand der deutliche 35:27-Heimerfolg der Gastgeber fest. "Über
den Verlauf der ganzen Saison gesehen, hat sich Friesenheim den Aufstieg
redlich verdient. Aber dieses Spiel ändert nichts an unserer tollen Runde",
zollte Gorr dem Tabellenführer abschließend Lob.
Im Stenogramm
Friesenheim: Klier, Pfeiffer; Grimm
(5), Dietrich (5), Müller, Brandt (3), Pevnov (6), Ruß, Matschke (8/2),
Ancsin (5), Becker (1), Gaubatz (2), Eusterholz.
Hüttenberg: Redwitz, Ritschel;
Faulenbach (2), Laudt (1), Jezewski (2), A. Lex (1), Stelzenbach (1),
Rigterink (2), S. Lex (1), Scholz (1), Billek (12/6), Pausch (3), Stock (1)
Schiedsrichter: Immel/Klein
(Tönisvorst/Ratingen) - Zuschauer: 2500 - Zeitstrafen: 14:8
Minuten - Siebenmeter: 3/2:11/7 |