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06.05.2010 - Gießener Anzeiger
TV Hüttenberg kann TSG Friesenheim nicht aufhalten

"Eulen" nach Sieg im Spitzenspiel auf dem Weg in 1. Bundesliga - TVH von Beginn an zurück

FRIESENHEIM/GIESSEN (hwt). Der TV Hüttenberg hat das richtungsweisende Spitzenspiel der 2. Handball-Bundesliga Süd verloren. Beim deutlichen 35:27 (19:11)-Sieg von Spitzenreiter TSG Friesenheim hatte der TVH von der ersten Minute an keine Chance, um dem Aufstiegsaspiranten Nummer eins aus Ludwigshafen entscheidend Paroli zu bieten. Schon nach 19 Minuten war die Partie beim 13:5 für die gastgebende TSG vorentschieden, die "Eulen" bogen mit dem Heimerfolg hochverdient auf den Weg zur ersten Bundesliga ein.

In der Nachholpartie des 28. Spieltages verzeichnete die TSG mit der schnellen 3:0-Führung (3.) den wesentlich besseren Start. Die Gastgeber von Trainer Thomas König legten offensiv los wie die oft zitierte Feuerwehr, nach nur elf Minuten hatte es im Kasten von Hüttenbergs Torwart Matthias Ritschel bereits acht Mal geklingelt (8:4). "Ein guter Start hätte uns sicherlich in die Karten gespielt, doch waren die Gastgeber unglaublich heiß, das hat uns ein wenig gefehlt", so TVH-Trainer Jan Gorr.

Auch von einer Auszeit (12.) der Gäste zeigte sich Friesenheim unbeeindruckt. "Wir wollten in der Deckung enger stehen und im Angriff mehr spielen, aber das hat nicht geklappt. Friesenheim zeigte sich von der deftigen Niederlage am letzten Spieltag völlig unbeeindruckt und hat seine Stärken eingebracht. Eine tolle 6:0-Abwehr mit einem klasse Kevin Klier dahinter, konsequentes Angriffsspiel über den Kreis, die TSG hat ihre Stärken traumwandlerisch sicher eingebracht", analysierte Hüttenbergs Trainer.

TSG Friesenheim - TV Hüttenberg 35:27

Die erwähnte Defensive nahm den Gäste-Rückraum bis auf einen Treffer von Tomek Jezewski nicht nur in der ersten Viertelstunde äußerst effektiv aus dem Spiel. Als Andreas Lex für zwei Minuten auf die Strafbank geschickt wurde, trafen Gabor Ancsin, Benjamin Matschke und Linksaußen Philipp Grimm mit seinem vierten Tor zum deutlichen 13:5 (19.).

In der Abwehr ohne die notwendige Aggressivität, im Angriff ohne zwingende Durchschlagskraft aus der zweiten Reihe, taumelte der TVH dem seit 15 Spieltagen unangefochtenen Tabellenführer mehr hinterher, als sein Konzept ruhig, konzentriert und erfolgreich auf die Platte zu bringen. Zumindest verkürzte Florian Billek nach einem Fehlwurf vom Siebenmeterpunkt von gleicher Stelle zum 17:11 (18.), um nur 60 Sekunden später wieder einen Strafwurf abzuschenken. "Wir haben die Deckung nicht mit der notwendigen Qualität gespielt und im Angriff zu oft zu früh den Abschluss gesucht. Wenn wir dann mal frei waren, hat uns Klier viele Bälle weggenommen. Wir haben unsere Grenzen heute insgesamt nicht erreicht. Wir haben nicht die Athletik und Physis wie die TSG, so haben wir dann keine Chance", meinte der TVH-Coach. Mit dem 19:11-Pausenstand legten die Hausherren bereits den Grundstein zum Heimerfolg.

TVH-Rechtsaußen Billek blieb auch nach dem Wechsel der beste Torschütze für die Mittelhessen und markierte mit seinem siebten Tor das 23:16 (38.), doch scheiterte Sven Pausch bei doppelter Überzahl wenig später wiederum per Siebenmeter. Matschke erhöhte zur ersten Zehntoreführung für die Gastgeber (34:24, 55.), Hüttenberg fehlte über die gesamte Spielzeit die einfachen Tore aus dem Rückraum - dazu kamen vier vergebene Strafwürfe -, um der Partie noch eine entscheidende Wendung zu verleihen. Nach dem letzten vergebenen Strafwurf von Billek mit dem Schlusspfiff stand der deutliche 35:27-Heimerfolg der Gastgeber fest. "Über den Verlauf der ganzen Saison gesehen, hat sich Friesenheim den Aufstieg redlich verdient. Aber dieses Spiel ändert nichts an unserer tollen Runde", zollte Gorr dem Tabellenführer abschließend Lob.

Im Stenogramm

Friesenheim: Klier, Pfeiffer; Grimm (5), Dietrich (5), Müller, Brandt (3), Pevnov (6), Ruß, Matschke (8/2), Ancsin (5), Becker (1), Gaubatz (2), Eusterholz.

Hüttenberg: Redwitz, Ritschel; Faulenbach (2), Laudt (1), Jezewski (2), A. Lex (1), Stelzenbach (1), Rigterink (2), S. Lex (1), Scholz (1), Billek (12/6), Pausch (3), Stock (1)

Schiedsrichter: Immel/Klein (Tönisvorst/Ratingen) - Zuschauer: 2500 - Zeitstrafen: 14:8 Minuten - Siebenmeter: 3/2:11/7

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