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21.06.2010 - Die Rheinpfalz
Friesenheim gehört zur Elite

Handball: Auf die erste deutsche Meisterschaft im Nachwuchshandball muss die TSG Friesenheim noch warten. Nach den dritten Plätzen in den vergangenen beiden Jahren gab es nun beim Endrundenturnier die Silbermedaille. Die Mannschaft des Trainer-Duos Martin Röhrig und Thomas König verlor ein hochklassiges Finale gegen Düsseldorf.

DUISBURG. Nach dem Abpfiff der beiden Unparteiischen Damian/Wenz waren die Spieler der TSG Friesenheim zunächst ratlos und niedergeschlagen. Dafür sangen die Düsseldorfer Spieler „Deutscher Meister wird nur die HSG" und genossen den Siegestaumel - Freude und Trauer nah beieinander gestern nach der 34:38 (15:16)-Niederlage der TSG im Final-Turnier um die deutsche Meisterschaft in Duisburg.

„Es war ein gerechtes Ergebnis, mit einem verdienten Sieger", sagte Martin Röhrig, Trainer der A-Junioren der TSG Friesenheim und zugleich TSG-Jugendkoordinator. „Wir konnten in der Abwehr nicht an die Leistung gegen Minden im Halbfinale anknüpfen. Im Angriff haben wir hastig und oftmals zu schnell abgeschlossen", zog TSG-Spieler Alexander Eusterholz ein nüchternes Fazit. „Der Knackpunkt war, dass Düsseldorf die besseren Individualisten in seinen Reihen hatte und auch in der Breite besser aufgestellt war. Dennoch standen wir berechtigt im Finale. Darauf kann die Mannschaft stolz sein", waren sich Thomas König, der Cheftrainer des Bundesliga-Teams, und TSG-Geschäftsführer Werner Fischer nach dem Spiel einig. Im Halbfinale am Samstag hatte Friesenheim gegen Minden gewonnen (RHEINPFALZ am SONNTAG berichtete).

Königs Mitwirken wirkte sich positiv auf die Mannschaft aus. „Vier Augen sehen mehr. Man kann sich in taktischen Fragen auch abstimmen", sagte König. Dabei war es eher Zufall, dass König die A-Jugend am Wochenende unterstützte. Beim Viertelfinal-Rückspiel gegen Magdeburg in Ludwigshafen sprang er für Benjamin Matschke, Co-Trainer der A-Junioren und Kapitän des Bundesliga-Teams, ein und erwies sich wohl als Glücksbringer. „Der Chef ist immer noch Martin", erklärt König, der dennoch engagiert im Finale den Jungs zusätzliche Anweisungen gab.

Gebracht hat es diesmal nicht so viel. Daher waren die TSG-Jungs enttäuscht über den verpassten Titel. „Wir sind soweit gekommen, da wollten wir auch die Meisterschaft", meinte Spielmacher Jörn Christmann, der seine Tränen nicht mehr verbergen konnte. Betreuerin Dagmar Gieger tröstete den Mittelmann. Schon wenige Minuten später zeigte er eine andere Miene. „Wir sind die zweitbeste Mannschaft in Deutschland. Das ist mir zunächst nicht bewusst gewesen", meinte Christmann. „Es waren einige Kleinigkeiten, die aber in den Summe dazu geführt haben, dass Düsseldorf verdient die Meisterschaft gewonnen hat", nahm es Linksaußen Niklas Schwenzer mit Gelassenheit. Voriges Jahr gab es Bronze, diesmal Silber - und die Hoffnung auf die kommende Saison ist Gold. Das ist keinesfalls Utopie für Jörn Christmann und Niklas Schwenzer, die zusammen mit Rechtsaußen Kai Diehl und Kreisläufer Rene Fischer das Gerippe der künftigen A-Junioren bilden werden.

Trotz der Niederlage gab es auch ein großes Lob von DHB-Koordinator Christian Schwarzer. „ Friesenheim hat Düsseldorf zeitweise das Leben richtig schwer gemacht", meinte Schwarzer, der für den DHB-Jugendkader Niklas Schwenzer und Jörn Christmann beobachtet hatte. Mit Christmann tauschte er unmittelbar nach dem Finale die Telefonnummern aus. Martin Röhrig darf sich schon auf ein Telefonat mit Schwarzer freuen. So könnte die TSG Friesenheim bald den nächsten Nationalspieler nach Christian Dissinger in den eigenen Reihen haben.

Ganz zur Freude der über 100 Eulen-Fans, die die Mannschaft im Duisburger Stadtteil Rheinhausen unterstützt hatten. „Ich war in Baunatal dabei. So wollte ich auch dieses Mal die Spiele nicht versäumen", meinte Rudolf Heßler und zeigte am Vorabend des Finals Mitleid mit Rene Fischer. Der 18 Jahre alte Gymnasiast musste nach dem Halbfinale gegen TSV GWD Minden in die Dopingkontrolle und harrte dort fast vier Stunden aus, ehe er seinen Urin abgeben konnte. Da war die Mannschaft längstens schon beim Abendessen in ihrem Quartier in Oberhausen.

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