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Friesenheim gehört zur Elite
Handball: Auf die erste deutsche Meisterschaft im
Nachwuchshandball muss die TSG Friesenheim noch warten. Nach den dritten
Plätzen in den vergangenen beiden Jahren gab es nun beim Endrundenturnier
die Silbermedaille. Die Mannschaft des Trainer-Duos Martin Röhrig und Thomas
König verlor ein hochklassiges Finale gegen Düsseldorf.
DUISBURG. Nach dem Abpfiff der
beiden Unparteiischen Damian/Wenz waren die Spieler der TSG Friesenheim
zunächst ratlos und niedergeschlagen. Dafür sangen die Düsseldorfer Spieler
„Deutscher Meister wird nur die HSG" und genossen den Siegestaumel - Freude
und Trauer nah beieinander gestern nach der 34:38 (15:16)-Niederlage der TSG
im Final-Turnier um die deutsche Meisterschaft in Duisburg.
„Es war ein gerechtes Ergebnis, mit einem
verdienten Sieger", sagte Martin Röhrig, Trainer der A-Junioren der TSG
Friesenheim und zugleich TSG-Jugendkoordinator. „Wir konnten in der Abwehr
nicht an die Leistung gegen Minden im Halbfinale anknüpfen. Im Angriff haben
wir hastig und oftmals zu schnell abgeschlossen", zog TSG-Spieler Alexander
Eusterholz ein nüchternes Fazit. „Der Knackpunkt war, dass Düsseldorf die
besseren Individualisten in seinen Reihen hatte und auch in der Breite
besser aufgestellt war. Dennoch standen wir berechtigt im Finale. Darauf
kann die Mannschaft stolz sein", waren sich Thomas König, der Cheftrainer
des Bundesliga-Teams, und TSG-Geschäftsführer Werner Fischer nach dem Spiel
einig. Im Halbfinale am Samstag hatte Friesenheim gegen Minden gewonnen
(RHEINPFALZ am SONNTAG berichtete).
Königs Mitwirken wirkte sich positiv auf
die Mannschaft aus. „Vier Augen sehen mehr. Man kann sich in taktischen
Fragen auch abstimmen", sagte König. Dabei war es eher Zufall, dass König
die A-Jugend am Wochenende unterstützte. Beim Viertelfinal-Rückspiel gegen
Magdeburg in Ludwigshafen sprang er für Benjamin Matschke, Co-Trainer der
A-Junioren und Kapitän des Bundesliga-Teams, ein und erwies sich wohl als
Glücksbringer. „Der Chef ist immer noch Martin", erklärt König, der dennoch
engagiert im Finale den Jungs zusätzliche Anweisungen gab.
Gebracht hat es diesmal nicht so viel.
Daher waren die TSG-Jungs enttäuscht über den verpassten Titel. „Wir sind
soweit gekommen, da wollten wir auch die Meisterschaft", meinte Spielmacher
Jörn Christmann, der seine Tränen nicht mehr verbergen konnte. Betreuerin
Dagmar Gieger tröstete den Mittelmann. Schon wenige Minuten später zeigte er
eine andere Miene. „Wir sind die zweitbeste Mannschaft in Deutschland. Das
ist mir zunächst nicht bewusst gewesen", meinte Christmann. „Es waren einige
Kleinigkeiten, die aber in den Summe dazu geführt haben, dass Düsseldorf
verdient die Meisterschaft gewonnen hat", nahm es Linksaußen Niklas
Schwenzer mit Gelassenheit. Voriges Jahr gab es Bronze, diesmal Silber - und
die Hoffnung auf die kommende Saison ist Gold. Das ist keinesfalls Utopie
für Jörn Christmann und Niklas Schwenzer, die zusammen mit Rechtsaußen Kai
Diehl und Kreisläufer Rene Fischer das Gerippe der künftigen A-Junioren
bilden werden.
Trotz der Niederlage gab es auch ein großes
Lob von DHB-Koordinator Christian Schwarzer. „ Friesenheim hat Düsseldorf
zeitweise das Leben richtig schwer gemacht", meinte Schwarzer, der für den
DHB-Jugendkader Niklas Schwenzer und Jörn Christmann beobachtet hatte. Mit
Christmann tauschte er unmittelbar nach dem Finale die Telefonnummern aus.
Martin Röhrig darf sich schon auf ein Telefonat mit Schwarzer freuen. So
könnte die TSG Friesenheim bald den nächsten Nationalspieler nach Christian
Dissinger in den eigenen Reihen haben.
Ganz zur Freude der über 100 Eulen-Fans,
die die Mannschaft im Duisburger Stadtteil Rheinhausen unterstützt hatten.
„Ich war in Baunatal dabei. So wollte ich auch dieses Mal die Spiele nicht
versäumen", meinte Rudolf Heßler und zeigte am Vorabend des Finals Mitleid
mit Rene Fischer. Der 18 Jahre alte Gymnasiast musste nach dem Halbfinale
gegen TSV GWD Minden in die Dopingkontrolle und harrte dort fast vier
Stunden aus, ehe er seinen Urin abgeben konnte. Da war die Mannschaft
längstens schon beim Abendessen in ihrem Quartier in Oberhausen. |