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„Erfolg kommt nicht von heute auf morgen"
Talentschuppen: Bei TSG Friesenheim wird Nachwuchsarbeit seit
Jahren ausgebaut - Vizemeisterschaft für A-Junioren als Lohn
LUDWIGSHAFEN. Noch hat es zur Deutschen
Meisterschaft nicht gereicht. Mit dem zweiten Platz nach dem verlorenen
Finale der A-Junioren gegen den westdeutschen Meister HSG Düsseldorf (wir
berichteten) gehört die TSG Friesenheim dennoch zu den erfolgreichsten
Nachwuchsvereinen im deutschen Handball. Nach zwei dritten Plätzen bei B-
und A-Junioren in den letzten Jahren reichte es diesmal immerhin zur
Vizemeisterschaft.
Für die Friesenheimer ist dies der größte
Erfolg seit Einführung des Jugendförderkonzepts im Jahre 2008. „Entscheidend
war, dass wir uns von Jahr zu Jahr weiter entwickelt haben und ein
konsequentes Umdenken in der Nachwuchsarbeit stattgefunden hat", blickt
Jugendkoordinator Martin Röhrig zurück.
Der 44 Jahre alte Saarländer gilt als der
Vater der Nachwuchsförderung bei den „Eulen". „Unsere Aufgabe ist es,
Spieler aus der eigenen Jugend in die Bundesliga zu führen", erklärt Martin
Röhrig, der die meisten Spieler der A-Junioren bereits seit drei bis vier
Jahren unter seinen Fittichen hat. „Der Erfolg kommt nicht von heute auf
morgen. Wir hatten aber auch einige überdurchschnittlich starke Spieler in
der Mannschaft, die den Willen hatten, sich weiterzuentwickeln", erinnert
sich der Mann mit dem A-Trainerschein.
Fast alle Akteure haben sich in der
C-Jugend oder im ersten Jahr der B-Jugend für den Leistungssport
entschieden. Dass auch in den letzten Jahren Spieler aus anderen Vereinen
nach Friesenheim gewechselt sind, daraus macht Röhrig kein Geheimnis. So
wechselten die heutigen Leistungsträgern Sascha Gieger (TuS Neuhofen),
Andreas Friedrich (JSG Assenheim-Dannstadt), Jörn Christmann (TV Ruchheim)
und Kai Diehl (HSG Eckbachtal) nach Friesenheim. Alexander Eusterholz und
Niklas Schwenzer kamen vom Handball-Internat des VfL Gummersbach. „Die
Jungs, die von auswärts kommen, müssen es wollen", setzt Röhrig auf eine
hohe Selbstmotivation. Immerhin sind die Trainingsumfänge in Friesenheim in
der B- und A-Jugend etwas höher als in anderen pfälzischen Vereinen, nachdem
man auch in beiden Altersklassen regelmäßig in der Regionalliga, der hier
höchsten Spielklasse, am Ball ist.
Das ist aber nicht alles: Ein wesentlicher
Aspekt, ist auch das Doppelspielrecht der A-Jugendlichen in der zweiten
Männermannschaft in der Oberliga. „Die Spieler gewöhnen sich sofort an das
höhere körperliche Niveau in dieser Spielklasse und dies fördert zusätzlich
ihre Leistung", sagt TSG-Geschäftsführer Werner Fischer. Dazu kommt, dass
die Leistungsträger im Kader die Möglichkeit erhalten, am Training der
Bundesliga-Mannschaft teilzunehmen. Während Kapitän Christian Dissinger,
Andreas Friedrich, Alexander Eusterholz und Sascha Gieger bereits als
A-Jugendliche Verträge für die kommende Spielzeit im Bundesliga-Kader haben,
nehmen die Akteure aus dem aktuellen 92er Jahrgang Rene Fischer, Kai Diehl,
Niklas Schwenzer und Jörn Christmann ab sofort auch am ersten Teil der
Vorbereitung des Bundesliga-Kaders mit Trainer Thomas König teil.
Diese Verzahnung des Nachwuchses mit der
ersten und zweiten Mannschaft ist wesentlicher Bestandteil der Konzeption,
die Friesenheim die Anerkennung als Handball-Stützpunkt durch den
Landesportbund brachte. „Es sind viele kleine Mosaiksteine wie
Trainerstruktur, Trainingsinhalte, Intensität des Trainings, das Internat,
aber auch die Möglichkeit des Doppelspielrechts, die unsere Jugendlichen
voranbringen", sagt Röhrig. Dabei macht man bei der TSG kein Geheimnis
daraus, dass ohne einen Partner wie die BASF, die maßgeblich das
Nachwuchsförderkonzept unterstützt, eine solche Entwicklung nicht möglich
wäre. |