|
„Der Aufstieg ist der Wahnsinn"
Interview: TSG-Manager Gleich über die neue Saison
Ludwigshafen. Günter Gleich ist ein Mann
der ersten Stunde beim Handball-Bundesligisten TSG Friesenheim. Der Manager
spielte für die TSG, war Trainer, Jugendleiter und gründete mit Herbert
Schuler den Freundeskreis. Gestern war offizieller Trainingsauftakt für die
TSG. Marek Nepomucky hat mit Gleich über die neue Saison gesprochen.
Herr Gleich, haben Sie sich schon eine
Geheimnummer besorgt?
Ja, ich habe sogar eine, aber die weiß ich nicht auswendig. Da muss ich
immer nachschauen.
Wie entkamen sie dann dem
Glückwunsch-Marathon nach dem Aufstieg und den Anfragen zur neuen Saison?
Oh, das waren schon sehr viele
Glückwunsch-Mails. Aus Frankreich, der Schweiz kamen Mails und eine nette
aus Berlin von einem Mann, der vor 40 Jahren gegen mich aktiv Handball
spielte. An ihn konnte ich mich gar nicht mehr erinnern.
Mit welchen Erwartungen gehen Sie in die
Saison der besten Handball-Liga der Welt?
Es gibt nur eins: Ligaverbleib. Das
wird schwer genug werden. Aber es gibt ja einen zweiten Aufsteiger, und dann
müssen wir schauen, dass wir noch zwei der schwächeren Mannschaften in der
Liga hinter uns lassen.
Die Bundesliga bringt auch Veränderungen
außerhalb der Mannschaft mit. Wie weit ist die TSG da?
Wir sind schon weit, da wir schon
Wochen vor dem Titelgewinn damit begonnen und die Sachen dann intensiviert
haben, als wir Meister wurden. Wir werden in der Eberthalle Stehplätze
aufbauen. Diese müssen nun von der Stadt abgenommen werden. Dann müssen wir
noch mit dem Fernsehsender Sport1 klären, was dieser für die Übertragungen
alles benötigt. Der VIP-Raum wird vergrößert, da wir schon 200 VIP-Karten
verkauft haben. Weil die Anfrage da so groß war, haben wir nur VIP-Karten in
Verbindung mit Werbung verkauft.
Ist die Nachfrage bei den Dauerkarten
auch so groß?
Ja. Wir haben bislang um die 1000
Dauerkarten verkauft.
Wie sieht's bei den Sponsoren aus?
Wir haben ein paar Sponsoren
verloren, aber der Aufstieg hat schon einen Schub gebracht, denn wir haben
neue gewonnen, und manche treue Sponsoren haben ihren Betrag aufgestockt.
Demnach ist also noch Spielraum für neue
Spieler da, nachdem nun ja auch Nils Brandt länger ausfallen wird?
Ja, wir suchen noch einen Spieler.
Was bedeutet für Sie dieser Aufstieg?
Das ist der Wahnsinn. Als wir in
der Kreisklasse angefangen hatten und auf einmal in der Regionalliga
spielten, dachten wir: Okay, da ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Dann
kam die 2. Bundesliga. Ziel war es, nicht gleich wieder abzusteigen. Dann
hatten wir uns im Mittelfeld festgesetzt und auf einmal sind wir
aufgestiegen. Ich wünsche mir, dass es so auch in der Bundesliga passiert.
Zur Person
Günter Gleich (68) war viele Jahre
Verkaufsleiter bei Shell. Er wohnt in Ludwigshafen und begann mit zehn
Jahren bei der TSG Friesenheim, Handball zu spielen. |