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Der Leitwolf

HANDBALL: Eulen-Kapitän Gunnar Dietrich ist Abwehrchef und erfahrenster Akteur

VON MAREK NEPOMUCKY

Ludwigshafen. Es ist das erste Spiel und eines der ganz wenigen in dieser Saison der Handball-Bundesliga, in der die Eulen nicht gerade Außenseiter sind. Im Duell der beiden Aufsteiger stehen sich heute (19 Uhr, Sporthalle Ost, Gießen) der TV Hüttenberg und Ludwigshafen gegenüber.

Selten wurde ein Urteil so schnell revidiert. Vor der Saison haben die Handball-Experten den TV Hüttenberg und die Eulen Ludwigshafen als klare Absteiger abgestempelt. Nun, die Saison ist noch relativ jung, und der Weg zum Klassenverbleib ist noch ein langer und sehr schwieriger. Doch nach acht Spieltagen steht fest, dass Hüttenberg und Ludwigshafen keineswegs Kanonenfutter sind. Vielmehr hat das Fachblatt „Handball-Woche“ zuletzt die beiden Teams als bisherige Überraschungsmannschaften bezeichnet. Denn sowohl Hüttenberg als auch Ludwigshafen gefallen durch ihr unbekümmertes und erfrischendes Auftreten.

Das hat auch schon gewisse Punkte gebracht. Hüttenberg hat derzeit drei Zähler, alle durch Unentschieden geholt, die Eulen haben aktuell fünf Punkte (zwei Siege, ein Remis). „Hüttenberg ist Favorit. Sie spielen zu Hause und wollen den ersten Sieg. Sie spielen sehr diszipliniert. Wir müssen uns an unseren Plan halten“, sagt Gunnar Dietrich. Der Kapitän der Eulen ist einer der wichtigsten Spieler im Kader. Er ist der Leitwolf. Keiner hat so viel Bundesliga-Erfahrung wie er. 163 Spiele hat der 29 Jahre alte Dietrich in der Bundesliga bestritten und dabei 315 Tore erzielt. Kevin Klier folgt mit 96 Partien. „Gunnar hat wesentlich dazu beigetragen, dass wir uns in der Defensive stabilisiert haben“, betont Trainer Ben Matschke. Er belegt dies mit Zahlen. Diese Saison haben die Eulen bislang 27,6 Tore im Durchschnitt pro Spiel bekommen, in den anderen Bundesliga-Runden waren es 31,5 (2010) und 30 (2014).

Gunnar Dietrich ist seit dieser Saison Kapitän. Er wurde von Matschke bestimmt. Das hatte viele Gründe. Dietrich kam nach seinem zweijährigen Zwischenspiel beim TBV Lemgo 2013 wieder zu den Eulen. Sein Vertrag geht bis 2019. Seit vergangener Woche kann er sich nun ganz auf den Handball konzentrieren. Denn Dietrich hat seine Bachelor-Arbeit in Controlling abgegeben. „Da fällt eine Last ab“, sagt er. Die vergangenen Wochen seien wegen der Abschlussarbeit stressig gewesen. Er habe auch nicht immer trainieren können, doch Matschke habe darauf immer sehr viel Rücksicht genommen und ihn in seiner akademischen Ausbildung unterstützt.

Nun richtet sich der Fokus ganz auf das Saisonziel: den Klassenverbleib. Da sind die Eulen auf einem guten Weg. „Die mannschaftliche Geschlossenheit zeichnet uns derzeit aus. Jeder hält sich an seinen Plan. Ich hätte nicht gedacht, dass wir uns so schnell in der Bundesliga zurechtfinden, speziell die jungen Spieler“, ist Dietrich darüber verblüfft.