Die Eulen Ludwigshafen

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Endlich erfolgreich

Handball: Die Eulen Ludwigshafen holen die ersten Punkte in der Bundesliga. Der Aufsteiger bezwingt den TBV Lemgo mit 24:20. Der Sieg hatte sich angebahnt. Schon in Magdeburg und Berlin hatte Ludwigshafen gut gespielt, doch verloren. Der Erfolg kommt zum richtigen Zeitpunkt. Denn der Ausgang der folgenden drei Spiele gibt die Richtung in der Liga vor.

Von Marek Nepomucky

Ludwigshafen. Otto Rehhagel war nicht nur ein guter Fußball-Trainer. Er war auch bekannt für seine vielen Sprüche. Einer davon hieß sinngemäß: „Es gibt keinen Schönheitspreis zu gewinnen, sondern nur die Punkte zählen.“ Pascal Durak, Rechtsaußen der Eulen Ludwigshafen, war acht Jahre alt, als Rehhagel 1998 mit dem 1. FC Kaiserslautern das wohl einmalige Kunststück gelang, mit dem damaligen Aufsteiger Deutscher Fußball-Meister zu werden. Die Eulen sind vor dieser Saison nach 2010 und 2014 zum dritten Mal in die Handball-Bundesliga aufgestiegen. Doch so eine Sensation wie sie Rehhagel mit dem FCK gelang, ist für die Eulen dann doch eher unwahrscheinlich. Sie kämpfen vielmehr darum, in der Liga zu bleiben, wie es Trainer Ben Matschke und die Eulen-Geschäftsführung klar formulierten.

So war der Sieg gestern gegen den TBV Lemgo ein erster Schritt – nicht mehr und nicht weniger. Ob es nun ein Pflicht- oder ein Bonussieg war, darüber gab es unterschiedliche Meinungen. Trainer Ben Matschke sagte: „Wir haben mit dem TV Hüttenberg den niedrigsten Etat der Liga. Wir versuchen mit bescheidenen Mitteln das Maximum herauszuholen.“ Jedenfalls kam der Erfolg zum richtigen Zeitpunkt. Kommenden Sonntag, 12.30 Uhr, gastieren die Eulen in Stuttgart, dann folgen Heimspiele gegen Gummersbach (1. 10, 12.30 Uhr) und Minden (5.10., 19 Uhr). „Das sind Spiele, die wir nicht gewinnen müssen, sondern gewinnen wollen“, sagte Patrick Weber. Er wollte gestern auch nicht von einem Pflichtsieg sprechen. „Wir wissen nun, dass wir in der Liga gewinnen können. Wir haben schon in Magdeburg und in Berlin über weite Strecken richtig gut gespielt, aber uns dafür nicht belohnt“, sagte Weber gestern. Der Rückraumspieler war mit sechs Toren der erfolgreichste Werfer. Damit hält Webers Aufwärtstrend an. In Magdeburg und Berlin traf der zwei Meter lange Jura-Student ebenfalls sechs Mal. 18 Tore hat Weber in den ersten vier Partien erzielt, wobei er gegen beim Auftaktspiel gegen Göppingen wegen eines Muskelfaserisses fehlte.

Weber auf den Fersen ist Pascal Durak. Der quirlige Rechtsaußen der Eulen hat 13 Tore in der Statistik stehen. Fünf davon kamen gestern gegen Lemgo hinzu. Bemerkenswert war die Quote von Durak gegen Lemgo: fünf Versuche, fünf Tore. „Das war dein stärkstes Spiel für uns“, lobte Matschke seinen Akteur. „Der Sieg war ganz wichtig“, sagte Durak erleichtert: „Niemand hatte das von uns erwartet.“ Durak sah den Erfolg gegen Lemgo als verdient an, weil „wir nach den Partien in Magdeburg und Berlin schon einen Punkt verdient gehabt hätten. Da haben wir gut gespielt.“ Zumindest Pascal Durak war gestern der Einzige, der von einem Pflichtsieg sprach. „Gegen Lemgo muss man gewinnen, um in der Liga bleiben zu wollen. Es geht nicht darum schön zu spielen, sondern den Gegner niederzuringen“, betonte Durak. Wobei wir wieder bei Otto Rehhagel wären…